Es ist ein großer Schritt in die Zukunft. Nicht nur für die Familie Schmidt, die jetzt ihren Schmidts Markt XL auf dem Brennet-Areal mit zahlreichen Gästen aus Handel, Industrie, Wirtschaft und Politik, gefeiert hat, sondern auch für die Stadt Wehr. Mit 22 Millionen Euro für die neue städtebauliche Planung und Entwicklung in der Innenstadt, hat die Stadt Wehr die größte Investition in ihrer Geschichte geleistet. 4,5 Millionen sind vom Land und dem Bund bezuschusst worden.

Zahlreiche Gäste aus Gesellschaft und Politik wohnten der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums auf dem Brennet-Areal bei.
Zahlreiche Gäste aus Gesellschaft und Politik wohnten der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums auf dem Brennet-Areal bei. | Bild: Susanne Eschbach

„Öffentliche Mittel, die zum Wohl der Menschen eingesetzt worden sind“, betonte Bürgermeister Michael Thater bei der Eröffnung des Einzelhandelszentrums, das nicht nur den Schmidts Markt XL beherbergt, sondern auch den Discounter Lidl und den Müller Drogeriemarkt. Sie teilen sich eine Fläche von 10.000 Quadratmeter überbaute Fläche und 5.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. In 16 Monaten ist der Bau verwirklicht worden, dem eine Planungszeit von rund neun Jahren vorausgegangen ist. Jetzt gab es allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen, doch war das in Wehr nicht immer so.

Ärztehaus, Wohn- und Geschäftshaus

Zehn Jahre ist es her, dass sich die Firma Brennet aus dem Standort Wehr zurückgezogen hat. „Für die Stadt mehr als ein herber Schlag“, erinnert der Bürgermeister. Immerhin ist mit dieser Schließung nicht nur eine jahrhundertalte Industriegeschichte zu Ende gegangen. Auch vielen Menschen in der Region war die Brennet AG ein zuverlässiger Arbeitgeber. Doch hat die Ratlosigkeit bei den Stadträten laut Thater nicht lange angehalten. Auf dem Areal sollte ein neues Einzelhandelszentrum entstehen. „Wir wollten die Märkte näher an die Hauptstraße bringen“, erklärt der Bürgermeister. Von Beginn an mit im Boot war die Familie Schmidt. Seit 2006 ist der Schmidts Markt in Wehr beheimatet. „Wir haben heute gesehen, was Familiensinn in einem Familienunternehmen bedeutet“, so der Rathauschef.

Die Verkäuferinnen an der Frischetheke freuen sich über die Eröffnung.
Die Verkäuferinnen an der Frischetheke freuen sich über die Eröffnung. | Bild: Eschbach

Heute stehe die Stadt Wehr vor dem Leuchtturm städtebaulicher Leistung in Bad Württemberg, die neben den drei Einkaufsmärkten künftig auch eine Ärztehaus, sowie ein Wohn- und Geschäftshaus beinhalten wird.

„Jetzt haben wir es geschafft“, so Geschäftsinhaber Matthias Schmidt und die Freude über das Geleistete stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Es werden neue Wege sein, ein neuer Stadtteil ist entstanden“. Sowohl Familie Schmidt als auch die Brennet AG sind in etwa in der gleichen Zeit gegründet worden und nicht nur das sind die Gemeinsamkeiten. Für beide Unternehme sind und waren Menschen in Lohn und Brot, wie es Matthias Schmidt betont. Um der Firma Brennet und dem Boden, auf dem der neue XL-Supermarkt entstanden ist, Respekt zu zollen, sind in die Ladenplanung Originalbilder aus der Tuchweberei oder der Werkbus des Unternehmens, der die Mitarbeiter mangels Führerschein aus Rheinfelden oder Murg und Bad Säckingen zur Arbeit brachte. Zehn Bilder sind im Markt an verschiedenen Stellen zu finden. „Historie verbunden mit Moderne, das war unser Ziel“, so Schmidt weiter.

Künftig werden 100 Mitarbeiter im Schmidts Markt XL beschäftigt sein. Allein im Gastronomiebereich wurden 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im neuen Markt steht eine Auswahl von 32.000 Artikeln zur Verfügung. So gibt es Milch aus Görwihl zum Selbstzapfen, auch der größte Kühlschrank der Stadt ist hier zu finden. „Dort finden die Kunden nicht nur einzelne Flaschen oder Dosen gekühlt vor, sondern ganze Getränkekisten“, so der Unternehmer.

Die beiden Bauherren Matthias (links) und Maximilian Schmidt zeigten sich erfreut über die Eröffnung des XL-Marktes in Wehr.
Die beiden Bauherren Matthias (links) und Maximilian Schmidt zeigten sich erfreut über die Eröffnung des XL-Marktes in Wehr. | Bild: Susanne Eschbach

Sabine Gersbach, Geschäftsführerin der Brennet Energie GmbH, erinnerte an die Wehmut nach dem Weggang der Brennet AG. Sie freut sich jetzt über das Ergebnis: „Danke, dass Sie etwas so Tolles geschaffen haben.“ Architekt Jürgen Müller bewunderte die prägende Textilgeschichte von Wehr, die „liebevoll mit eingearbeitet wurde“. Thorsten Kraus, Gebietsverkaufsleiter Edeka Südwest: „Unglaublich was in den vergangenen Monaten entstanden ist“, er lobte die Schmidts als „Familie, die auf eine einmalige Handelsgeschichte zurückblickt“.

Der katholische Pfarrer Matthias Kirner und die evangelische Prädikantin Eva Maria Frommeyer gaben den kirchlichen Segen.
Der katholische Pfarrer Matthias Kirner und die evangelische Prädikantin Eva Maria Frommeyer gaben den kirchlichen Segen. | Bild: Susanne Eschbach

Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) freute sich über das Bekenntnis zum ländlichen Raum und die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller: „Sie haben es geschafft einer Industriebrache neues Leben einzuhauchen und das Ergebnis kann sich sehen lassen“.

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