Der Turnverein Wehr hatte während des Lockdowns in allen 15 Bereichen seine Aktivitäten nahezu auf Null heruntergefahren. Aufgrund sinkender Inzidenzwerte wurde in einigen Abteilungen ab März wieder mit kleinen Trainingseinheiten im Freien begonnen. Wir haben bei den Leichtathleten als größte Abteilung des TV Wehr beim Training im Frankenmattstadion vorbei geschaut und mit den Übungsleitern Hildegard und Karl Rapprich über die Auswirkungen von Corona auf die Aktivitäten der Abteilung gesprochen.

Kein Training möglich

Das Training fiel nahezu komplett aus. Die Gruppen U 12 bis U 20 durften ab März wieder in Kleingruppen trainieren: „Ein Training der U 4 bis U 10 ist wegen der Gruppengröße leider nicht möglich gewesen“, erklärte Hildegard Rapprich. Zwischen dem Lockdown fand auch kein Hallentraining statt. Aufgrund einer Sonderbewilligung konnten die Athleten, die dem Baden-Württemberg-Kader angehören, regelmäßige Trainingseinheiten abhalten.

Die Übungsleiter der Abteilung Leichtathletik beim TV Wehr freuen sich genauso wie die Kinder und Jugendlichen über den Beginn des gemeinsamen Trainings (von links): Hildegard und Karl Rapprich, Tiziana Marino und Dieter Eckert, Urgestein des TV Wehr.
Die Übungsleiter der Abteilung Leichtathletik beim TV Wehr freuen sich genauso wie die Kinder und Jugendlichen über den Beginn des gemeinsamen Trainings (von links): Hildegard und Karl Rapprich, Tiziana Marino und Dieter Eckert, Urgestein des TV Wehr. | Bild: Andreas Böhm

Sitzungen der verschiedenen Gremien, wie zum Beispiel des Trainerstabes, wurden virtuell abgehalten. Die Trainer aus der Region haben sich vernetzt und eine gemeinsame Linie mit anderen Turnvereinen gesucht. Wegen der unterschiedlich hohen Inzidenzwerte in den Landkreisen Waldshut und Lörrach bestand auch Infomationsbedarf bei den kleinen Sportlern: „Wir mussten ihnen erklären, warum da schon Training ist und bei uns noch nicht“, so Hildegard Rapprich.

Große Sprünge wagt diese Leichtathletin beim Weitsprung-Training des TV Wehr.
Große Sprünge wagt diese Leichtathletin beim Weitsprung-Training des TV Wehr. | Bild: Andreas Böhm

Während die jungen Athleten im Stadion sich im Hoch- und Weitsprung sowie im Hürdenlauf üben und ordentlich ins Schwitzen kommen, erzählt Hildegard Rapprich auch über Sorgen im Verein: „Die Reihen in den Gruppen U 12 bis U 14 bei den Jungen lichten sich.“ Es werden in diesen Alterstufen dringend männliche Leichtathleten gesucht.

Auch der Hürdenlauf verlangt den jungen Leichtathleten des TV Wehr einiges ab.
Auch der Hürdenlauf verlangt den jungen Leichtathleten des TV Wehr einiges ab. | Bild: Andreas Böhm

Ansonsten waren wegen Corona nur wenige Austritte zu verzeichnen, so die Übungsleiterin erleichtert. Ganz im Gegenteil: derzeit steigt die Nachfrage bei den Leichtathleten wieder: „Wir haben eine boomende Warteliste“, so Karl Rapprich. Die berechtigte Sorge, dass während der Krise Übungsleiter dem Verein den Rücken kehren, war zum Glück unbegründet. Dennoch fehlt es weiter an solch qualifizierten Personen: „Wir wünschen uns noch viel mehr Übungsleiter, dass wir die lange Warteliste bedienen können“, erklärt Rapprich.

Viel Spaß haben die jungen Sportler beim Hochsprung.
Viel Spaß haben die jungen Sportler beim Hochsprung. | Bild: Andreas Böhm

Der Vorsitzende des Turnvereins Wehr, Erhard Schorm, hofft nun wieder auf ein regelmäßiges Hallentraining nach den Sommerferien. In der Gymnastikabteilung, der überwiegend ältere Mitglieder angehören, war dies bislang nicht möglich: „Die Auflagen waren einfach zu hoch, die Duschen und Umkleideräume konnten nicht genutzt werden“, so der Vorsitzende.

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Die Jedermanngruppe absolvierte Gymnastikübungen im Freien und auch die Lauffreunde trafen sich zum Außentraining und zu Geländeläufen. Erhard Schorm zeigt sich erfreut darüber, das in allen Abteilungen nur wenige Austritte zu verzeichnen waren: „Ich bin dankbar dafür, das die Mitglieder uns treu geblieben sind“. Aufgrund der Lockerungen besteht nun Hoffnung, dass in den einzelnen Abteilungen „wieder was geht“. Es soll versucht werden, auf die Schnelle etwas zu kreieren, so Hildegard Rapprich.

Noch nicht endgültig entschieden wurde über die Durchführung des 30. Wehratallaufes, der auf den 12. September terminiert wurde. Sollten die Inzidenzzahlen weiter sinken, besteht für die Lauffreunde die Hoffnung, dass der beliebte Volkslauf stattfinden kann.