Die beiden ehemaligen Krankenhausgebäude bleiben erhalten und sollen durch die Rinkenburger Immobilien GmbH & Co. KG saniert und erweitert werden. Der Gemeinderat votierte einstimmig für das Konzept des Dillinger Unternehmens, welches hier zukünftig Mietwohnungen und Appartements für Urlauber und Geschäftsreisende anbeten will.

Für das familiengeführten Unternehmen stellten Christoph und Thilo Rinkenberger am Dienstag Abend Ihr Konzept für das Krankenhaus vor. So soll der Altbau in ein Apartmenthaus umgebaut werden. Die 22 Einzimmerappartements sollen sowohl Touristen als auch Geschäftsreisenden angeboten werden. Um den Neubau auch energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen, sollen die Balkone in den Wohnraum integriert und eine neue Fassade davor gesetzt werden.

So stellt sich die Situation im Augenblick dar.
So stellt sich die Situation im Augenblick dar. | Bild: Obermeyer, Justus

Dazu soll der Neubau in der Breite um etwa das doppelte erweitert werden. So sollen insgesamt zehn geförderte Wohnungen mit rund 50 bis 80 Quadratmeter entstehen sowie acht frei finanzierte Wohnungen mit gut 70 bis 95 Quadratmetern Wohnfläche. Die Dachflächen und Teile der Fassade sollen begrünt werden, geplant ist auch eine PV-Anlage.

Kriterien der Entscheidung

Die Entscheidung der Gemeinderäte für dieses Konzept wurde anhand von im Vorfeld definierten Kriterien getroffen: Architektur, Baurecht und städtebauliche Aspekte, Nutzung sowie soziale Aspekte und Wirtschaftlichkeit. Ziel war der zumindest teilweise Erhalt der Gebäude für die Nutzung als Wohnraum auf Basis von Erbbaupacht. Von den vier eingereichten Konzepten habe der Entwurf von Rinkenburger Immobilien mit 72,05 von 100 möglichen Punkten die Vorstellungen der Gemeinderäte am besten getroffen, so Bürgermeister Michael Thater. Die drei anderen Konzepte wurden nicht vorgestellt.

Die Entscheidung für den Erhalt hatte einen langen Vorlauf: 2015 beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, die beiden Gebäude abzureißen. Eine Sanierung sei zu kostenintensiv, auch wenn der Verlust des Stammhauses der Bürgerstiftung als herber Verlust gesehen wurde. Nach dem Umzug der bis 2019 hier untergebrachten Obdachlosenunterkunft in einen Neubau sollten eigentlich die Abrissbagger rollen. Auf Anregung von Stadtrat Helmut Steinebrunner (CDU) wurde 2020 das auf den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude spezialisierte Architekturbüro Sutter hoch drei aus Freiburg konsultiert.

Hier die beiden Gebäude aus einer anderen Perspektive. Links der Neubau, rechts der sanierte Altbau.
Hier die beiden Gebäude aus einer anderen Perspektive. Links der Neubau, rechts der sanierte Altbau. | Bild: Rinkenburger Unternehmensgruppe

Die Feststellung das Architekten Willi Sutter, die beiden alten Gebäude könnten doch wirtschaftlich saniert werden, wurde kontrovers diskutiert – letztendlich entschlossen sich Stadt und Gemeinderat dann doch mit einem Konzeptverfahren Ideen von Investoren für die Gebäude einzuholen.

Die Ausschreibung fand diesen Sommer statt, vier Konzepte wurden eingereicht und im Oktober dem Gemeinderat vorgestellt. Das gesamte Auswahlverfahren fand nichtöffentlich statt. Selbst zur Anzahl der eingereichten Konzepte wollte man sich von Seiten der Stadtverwaltung im Vorfeld nicht äußern, auch wurde zunächst keine Beschlussvorlage für die Gemeinderatssitzung veröffentlicht. Nach Kritik im SÜDKURIER wurde dann diesem Montag, einen Tag vor der Abstimmung, die Beschlussvorlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.