Lange Zeit musste der Radsportverein Wehr (RSV) auf das gewohnte Training wegen Corona verzichten. Auch der reguläre Spielbetrieb in den verschiedenen Ligen kam während des wiederholten Lockdowns vollständig zum Erliegen. Nun findet wieder ein regelmäßiges Training in der Zelg-Turnhalle statt und der Verein blickt mit Zuversicht in die Zukunft.

Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des RSV, Helmut Heß, über die entbehrungsreiche Zeit der vergangenen Monate und darüber, was jetzt in dieser von Schnelligkeit und Geschick geprägten Sportart wieder alles möglich ist.

Lange Zeit ruhte das Training beim Radsportverein Wehr. Nun trainieren die Mannschaften wieder in der Zelgturnhalle und freuen sich auf den Spielbetrieb in der anstehenden Saison.
Lange Zeit ruhte das Training beim Radsportverein Wehr. Nun trainieren die Mannschaften wieder in der Zelgturnhalle und freuen sich auf den Spielbetrieb in der anstehenden Saison. | Bild: Andreas Böhm

Das letzte reguläre Spiel vor der Pandemie wurde am 8. März 2020 in Niederstotzingen ausgetragen. Dann herrschte Zwangspause bis Ende September, bevor der neue Spielbetrieb mit strengen Corona-Auflagen wieder starten konnte. Doch bereits nach drei Spieltagen war wieder Schluss, und alle Räder standen im Turnierbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes wieder still.

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Nicht nur der Spielbetrieb, sondern auch das Training litt unter der Pandemie. Im Sommer 2020 musste das regelmäßige Training immer wieder unterbrochen werden: „Die Zelg-Turnhalle war während der Sommerferien im letzten Jahr von der Stadt gesperrt worden. Nun sind wir wieder seit 18. Juni im Training“, erzählte Helmut Heß.

Der Nachwuchs beim Radsportverein Wehr trainiert nach langer Pause wegen Corona wieder mit Eifer in der Zelgturnhalle.
Der Nachwuchs beim Radsportverein Wehr trainiert nach langer Pause wegen Corona wieder mit Eifer in der Zelgturnhalle. | Bild: Andreas Böhm

In der Zelg-Turnhalle gelten aber nach wie vor strenge Hygiene-Vorgaben der Stadt. So ist zum Beispiel die Nutzung der Umkleideräume und der Duschen nicht möglich. Während des Lockdowns waren grundsätzlich keine Treffen unter den Sportlern möglich. Nun ist der Start in die neue Saison ab dem 16. Oktober mit Corona-Auflagen vorgesehen. In der Landesliga ist der RSV Wehr dann als Spielgemeinschaft mit dem RSV Wehra Öflingen in Prechtal zu Gast.

Am 23. Oktober werden dann wieder Spiele der U 13 Mannschaft und der Bezirksliga in Wehr ausgetragen. Zuschauer sind keine erlaubt, da die Abstände in der Turnhalle nicht eingehalten werden können. Der RSV hat nach Angaben von Helmut Heß für den Spielbetrieb in Wehr ein eigenes Hygienekonzept ausgearbeitet. Aktuell wurde für die Deutsche Meisterschaft 2021 im Viertelfinale bei der U 19 eine Mannschaft aufgestellt. Ihr gehören Simon Buchner und Nikolas Kranz an. Vorstandssitzungen wurden während der Pandemie keine abgehalten.

Lange Zeit ruhte das Training beim Radsportverein Wehr. Nun trainieren die Mannschaften wieder in der Zelgturnhalle und freuen sich auf den Spielbetrieb in der anstehenden Saison.
Lange Zeit ruhte das Training beim Radsportverein Wehr. Nun trainieren die Mannschaften wieder in der Zelgturnhalle und freuen sich auf den Spielbetrieb in der anstehenden Saison. | Bild: Andreas Böhm

Der RSV Wehr hat auch keine zusätzlichen finanziellen Mittel beantragt: „Wir waren schon froh, dass wir wieder in die Turnhalle durften“, sagte Helmut Heß. Der Vorsitzende weiter: „Es sind zumeist größere Vereine, die Gelder in Anspruch nehmen. Wir sind bei der jährlichen Sparkassenförderung auch schon berücksichtigt worden.“ Geld kann der Verein mit seinen 38 Mitgliedern natürlich trotzdem gut gebrauchen, denn alleine die Anschaffung eines neuen Rades schlägt nach Angaben von Helmut Heß mit 2.000 Euro zu Buche.

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Der Vorsitzende kritisierte im Gespräch mit dieser Zeitung die Informationspolitik der zuständigen Stellen während der Pandemie. Die ständig wechselnden Vorgaben waren für den Verein eine Herausforderung: „Es wäre ganz interessant gewesen, wenn es eine zentrale Stelle, etwa einen Schaukasten in der Stadt, gegeben hätte, wo man alles nachschauen kann. Es hat nicht jeder Internet“, sagte Helmut Heß. Zudem wäre es seiner Meinung nach gut gewesen, wenn alle die gleichen Vorgaben gehabt hätten. Die Mannschaften des RSV Wehr tragen Spiele in ganz Baden-Württemberg von Nordbaden bis an den Bodensee aus. Deswegen wünschte sich der Vorsitzende künftig einheitliche Regelungen für alle Landkreise in Bezug auf den Sport. Natürlich hat Helmut Heß auch Wünsche für die Zukunft, sowohl persönlich als auch für den Radsportverein: „Ich würde mir sehr wünschen, dass wir unsere Saison ohne Unterbrechung fertig spielen können. Es sollte wieder einigermaßen normal laufen. Ich hoffe auch auf die Vernunft der Menschen. Wir wollen ja alle wieder ein geregeltes Leben haben.“