Trauer um einen ganz großen Wehrer: Günter Amann ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 79 Jahren gestorben. Der hochdekorierte Friseurmeister war ein Aushängeschild seines Handwerks – und weltweit bekannt.

Günter Amann wurde 1941 geboren. 1956 nahm er seine Friseurlehre im elterlichen Betrieb auf. Zwanzig Jahre später übernahm er das Friseurgeschäft, das 1908 von seinem Großonkel Emil Kromer gegründet worden war, in dritter Generation von seinen Eltern Oskar und Klara Amann. Den Grundstein für seine erfolgreiche Karriere hatte er schon bei einer Ausbildung im elterlichen Betrieb in Wehr gelegt, die er 1958 als Jahrgangsbester der Gesellenprüfung beendete. 1965 errang er bei einem „Weltmeistertitel der Friseure“ – spätestens damit gelang ihm der internationale Durchbruch und seine Bekanntheit in Paris, London, New York und anderen den Weltmetropolen wuchs. Auch einige Prominente zählten zu seinen Kunden – doch obwohl er viel in der Welt unterwegs war, blieb Amann seiner Heimat treu und behielt seinen Salon in Wehr und war mit Charme und Herzlichkeit für seine Kunden da.

Seine Berufung fand Amann in der Ausbildung des Nachwuchses: 1966 gründete er seine weltberühmte Friseurmeisterschule in Lörrach, die im Laufe der Jahre mehr als 40000 Schüler besuchten. Mehr als 4000 Meisterschüler führte Amann und sein Team hier zum Erfolg.

Für seine herausragenden Verdienste für das Handwerk und seine Lebensleistung wurde Günter Amann mehrfach geehrt: Von der Wirtschaftsmedaille des Landes (2003) bis zum Bundesverdienstkreuz am Bande (2010). 2016 bekam er in Todtnau den 1996 ins Leben gerufenen Karl-Nessler-Preis überreicht, der an den Erfinder der Dauerwelle, Karl Ludwig Nessler, erinnert.

Mit dem Tod von Günter Amann verlieren Stadt und Region auch einen karitativen Förderer vieler Vereine: Er war Mitglied und tatkräftiger Unterstützer von Fußballverein, Narrenzunft, der Kolping-Gemeinschaft, Stadtmusik, der Service-Gemeinschaft Wehr oder des Freundeskreises Städtepartnerschaften.

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