Öflingen – Im achten Jahr seines Bestehens ist der Fortbestand des Dorfladens Öflingen wieder einmal in der Diskussion. Bei der jüngsten Hauptversammlung am Donnerstag ging es allerdings nicht um die wirtschaftliche Existenz, sondern um den juristischen Status des als eingetragene Genossenschaft wirkenden Betriebes an der Öflinger Jungholzstraße. Angesichts hoher steuerlicher Belastungen brachte Michael Eckert von der Steuerberatungsgesellschaft Syba Treuhand eine Umwandlung des genossenschaftlichen Betriebes in eine private Körperschaft nach Vereinsrecht ins Spiel. In finanzieller Hinsicht sei die Situation „besser geworden“, betonte Eckert im Rahmen seiner Präsentation des Jahresabschlusses 2021. Für das letzte Jahr kann der Dorfladen einen Gesamtumsatz von 648.000 Euro vorweisen. Vom Jahresüberschuss in Höhe 7400 Euro sollen gemäß Übereinkunft zwischen Stiftungsrat und Vorstand zehn Prozent (740 Euro) in die Rücklagen fließen. Etwa geringer dürfte der Umsatz im laufenden Jahr ausfallen.

Wenig glücklich zeigte sich Eckert über den steuerrechtlichen Status des Dorfladens. „Die Gesellschaftsform passt nicht“, betonte er. Eckert verweis auf das Engagement von rund 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Es stecke „viel Herzblut“ in der Arbeit für den Dorfladen. „Da tun die Steuern extrem weh“, so Eckert. Der Steuerberater gab außerdem zu bedenken, dass der Dorfladen auf Zuschüsse und Spenden angewiesen sei, die mit dazu beitrügen, den Dorfladen am Leben zu erhalten. Diese würden aber angesichts einer Steuerlast von bis zu 30 Prozent geradezu „verpuffen“, klagte Eckert. Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich die Einführung des neu festgesetzten gesetzlichen Mindestlohnes auf die Bilanzen des Dorfladens auswirken wird.

Im Plenum stieß der Vorschlag Eckerts, über die Transformation in einen „Verein mit wirtschaftlichem Betrieb“ zwar auf großes Interesse. Vorstandsmitglied Katharina Hinnenberger und Bürgermeister Michael Thater als Aufsichtsratsmitglied sahen in der angedachten Umwandlung jedoch einen in rechtlicher Hinsicht komplizierten Vorgang. Konkrete und verbindlichere Maßnahmen wurden im Rahmen der Hauptversammlung nicht beschlossen.

Erfreut zeigte sich Katharina Hinnenberger über die technische Aufwertung des Dorfladens. So ist 2021 der Verkaufsraum mit einer Klimaanlage ausgestattet worden und es wurden modernere, geräuschärmere Kühlregale angschafft. Ihr großes Lob für ein „tolles menschliches Miteinander“ verband Katharina Hinnenberger mit der Bitte, in der Unterstützung des Dorfladens nicht nachzulassen. Gesucht werden ehrenamtliche Kräfte für den betriebseigenen Lieferservice, die Cafeteria sowie den Bereich Social Media unter der Leitung von Jasmin Trimpin.

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