Nach den erfolgreichen Klappstuhlkonzerten des Sommers soll es nun im Herbst und Winter wieder Kultur in den gewohnten Räumen geben: Das aktuelle Kulturprogramm der Stadt Wehr sieht wieder fast aus wie vor Pandemiezeiten. So sind wieder Kleinkunst im „Storchehus“ und Orchesterkonzerte in der Stadthalle geplant, dazu sollen viele ausgefallene Veranstaltungen nachgeholt werden.

Neue Ausblicke in der Stadtgalerie

Das Programm startet am 19. September erstmals seit langem wieder mit einer Vernissage: Die Master- und Meisterschüler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe zeigen mit „Pingo Ergo Sum“ die Entwicklung der aktuellen Kunstszene im Bereich Malerei, Plastik, digitaler Animation und progressiver Installation.

Ungewöhnlich: Die Leinwandplastik Rehkoli von Minja Caesar ist nur eins der ungewöhnlichen Stücke, welche die Master- und Meisterschüler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ab Mitte September unter dem Titel „Pingo Ergo Sum“ präsentieren.
Ungewöhnlich: Die Leinwandplastik Rehkoli von Minja Caesar ist nur eins der ungewöhnlichen Stücke, welche die Master- und Meisterschüler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ab Mitte September unter dem Titel „Pingo Ergo Sum“ präsentieren. | Bild: Minja Caesar

„Damit führen sie uns vor Augen, wohin uns die künstlerische Reise in Zukunft führen wird“, so Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl in seiner Ankündigung. Die verschobene Ausstellung „Hotzenwald-Impressionen“ des Fotografen Dirk Döbele schließt sich mit ihrer Eröffnung am 21. November an. Die Landschaftsaufnahmen Döbeles entstehen meist zu ungewöhnlichen Uhrzeiten und „zeigen uns die Hochrheinregion auf eine Weise, wie wir sie noch nie gesehen haben“, so Wölfl.

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Einen besonderen und neuen Blick auf das damalige und heutige Wehr soll die Gemeinschaftsausstellung „SynchroniCity“ des Wehrer Künstlers Fernando van Geeteruyen und seinem Kölner Kollegen Vildan ab 6. Februar bieten. Dem Spannungsfeld aus Mensch und Natur widmet sich dann der Berliner Fotograf Janosch Weiss in seiner Ausstellung „Human Nature“ ab 3. April. „Mit seinen experimentellen Ansätzen versucht er, die Sehgewohnheiten zu brechen“, kündigt Wölfl an. Den Abschluss gibt dann ab dem 15. Mai die Jahresausstellung der Malschule Romanzin.

Kleinkunst und Kabarett

Mit Frederic Hormuth kommt am 7. November ein guter Bekannter zurück ins „Storchehus“. Der Klavierkabarettist will mit seinem aktuellen Programm „Wer sind eigentlich Wir?“ die aktuelle gesellschaftliche Lage scharfsinnig hinterfragen. Im kommenden Jahr geht es dann am 20. März mit dem „Berufssohn“ Sebastian Lehmann weiter. Der bekannte Autor, Podcaster und Poetry Slammer nimmt mit „Andere Kinder haben auch schöne Eltern“ die Beziehung zu seinen Eltern auf die Schippe. „Helge und das Udo“ sind bereits seit 20 Jahren auf Deutschlands Bühne unterwegs und machen am 22. Mai Station im „Storchehus“.

Schräg: Das Duo Helge und das Udo sind bekannt für Improvisationstheater, Slapstick oder purem Unfug und kommen Mai nach Wehr.
Schräg: Das Duo Helge und das Udo sind bekannt für Improvisationstheater, Slapstick oder purem Unfug und kommen Mai nach Wehr. | Bild: Rainer Pfister

„Ob mit Improvisationstheater, Slapstick oder purem Unfug, Helge Magic Thun und Udo Zepezauer begeistern ihr Publikum“, freut sich Wölfl. Ausfallen musste leider der Abend „Was sie schon immer über die Fallers wissen wollten“ mit Christine Schmid und Peter Schell: Der langjährige Darsteller der Figur „Karl Faller“ verstarb im Juli nach schwerer Krankheit. Nur auf das nächste Jahr verschoben wird auf Grund der schwierigen Probensituation die Premiere des VHS-Musicals „Lucky Stiff“.

Schlosskonzerte mit alten Bekannten

Ob beim mobilen Wunschkonzert im letzten Frühjahr oder in den üblichen Veranstaltungsräumen: Roman Kuperschmidt und Georgi Mundrov brauchen nach unzähligen Auftritten im Wehratal keine Einführung mehr. Am 24. Oktober geben die Musiker mit Kuperschmidts Klezmer-Ensemble unter dem Titel „Mit Herz und Seele“ das erste Schlosskonzert der Saison. Der zweite Abend am 21. November ist dann traditionell dem Oberrheinischen Sinfonieorchester Lörrach unter der Leitung von Stephan Malluschke vorbehalten. Gespielt werden unter anderem Werke von Beethoven und Jan Vorisek.

Das ausgefallene Konzert der Familie Lorenzen wird am 27. März nachgeholt. Die teils aus den USA und Israel angereisten Familienmitglieder erinnern mit Werken von Brahms und Chopin an den 2020 verstorbenen Pianisten Wolfram Lorenz. Zum Saisonabschluss der Schlosskonzerte am 10. Juli wird das Oberrheinische Sinfonieorchester Lörrach das ausgefallene Konzert „Romantische Streicherwärme und Abenteuer Neue Musik“ nachholen.

Nachgeholt: Viele Veranstaltungen im neuen Kulturprogramm der Stadt Wehr mussten pandemiebedingt teils mehrfach verschoben werden.
Nachgeholt: Viele Veranstaltungen im neuen Kulturprogramm der Stadt Wehr mussten pandemiebedingt teils mehrfach verschoben werden. | Bild: Stadt Wehr/Wölfl