Um rund 100 Tierschutzfälle kümmert sich der Tierschutzverein Wehr-Öflingen im Jahr. Die Tierarztkosten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten des Vereins und der gute Kassenstand halbierte sich im vergangenen Jahr. Die Reserven sind in ein bis zwei Jahren aufgebraucht.

Es braucht viel Idealismus, um im Tierschutzverein aktiv mitzuarbeiten. Das war eindeutig der Tenor bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Tierschutzvereines Wehr-Öflingen. Die Vorsitzende Christine Lorenz würdigte den Einsatz der Vereinsmitglieder für das Tierwohl. Ein Dankeschön ging an den Vorstand, die ehrenamtlichen Zeitspender, Mitglieder und die Helfer für die gute Zusammenarbeit: „Ihr leistet jeden Tag viele kleine Beiträge zum Wohl der hilflosen Tiere.“

2020 hat sich der Verein um entlaufene Katzen und Hunde, zugeflogene Wellensittiche, einen verletzten Schwan und einen Igel gekümmert. Sogar eine Zwergfledermaus und ein junger Milan wurden gefunden. Die Vorsitzende berichtete auch von vielen Tierschutzaktionen außerhalb von Wehr und Öflingen. Es gingen Anrufe ein von Steinen im Westen über Niederhof bis hinauf nach Görwihl. Zum Teil bekommt der Verein bis zu sechs Anrufe am Tag.

Die Statistik der vermittelten Tiere spricht für sich. So wurden 30 Katzen und zwei Hasen in gute Obhut weitergegeben. Mehr als 100 Einsätze mit unzähligen Telefonaten und anschließenden Tierarztfahren wurden getätigt. Die Vorsitzende machte klar, dass der Verein kein Tierheim besitzt und bei den Tieren wie Reptilien, Igeln und Vögeln an seine Grenzen stößt.

Dank überbrachte Sabine Kramer-Rempe von der Stadt und von Bürgermeister Michael Thater. Walter Sielaff legte den Kassenbericht vor. In nur einem Jahr hat sich der Kassenstand demnach halbiert. Es habe zwar Einnahmen über Spenden gegeben, aber auf der Ausgabenseite seien die Kosten geradezu explodiert. Die Unterbringungskosten seien weiterhin im Rahmen. Aber es hätten viele kranke Tiere versorgt werden müssen. Die Mitte 2019 neu eingeführte Gebührenordnung verteuere die Gesundheitstests der Tiere enorm, sodass die Tierarztkosten inzwischen 74 Prozent der Ausgaben ausmachten.

Ohne großzügige Spenden und mehr Zuschüsse von der Stadt werde der Tierschutzverein in eine finanzielle Schieflage geraten. Alle Aufgaben werde man auf Dauer nicht mehr vollumfänglich erbringen können. Siegfried Isele lobte die gute und akkurate Kassenführung, schließlich gehe es um viel Geld. Einstimmig wurde dem Vorstand die Entlastung erteilt.

Am Ende der Versammlung bedankte sich die Vorsitzende bei all jenen, die den Verein mit Futter und Geldspenden unterstützt haben: „Motiviert durch aufbauende Gespräche und durch die große Unterstützung konnten wir vielen Schützlingen ein sicheres Überleben bieten.“