Mit dem offiziellen Spatenstich und dem Ende der Einspruchsfrist gegen die Vergabe der Bauleistungen kann es nun mit dem Bau des städtischen Glasfasernetzes in Wehr losgehen. Die für zwei Jahre angesetzten Bauarbeiten sollen voraussichtlich Im Hölzle beginnen. Im nächsten Jahr sollen die ersten Anschlüsse nutzbar sein.

„Ein historischer Meilenstein“, befand nicht nur Bürgermeister Michael Thater. Mit den Akteuren des Breitbandausbaus im Landkreis hatte Thater zum Spatenstich vor der Zelgschule eingeladen. Schließlich sei es auch eine gemeinschaftliche Kraftanstrengung, an diesen Punkt zu gelangen – und das über Jahrzehnte hinweg.

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Denn schon 2004 habe es die erste Breitband-Initiative in Baden-Württemberg gegeben, 2007 habe Wehr den ersten Antrag gestellt. Das nun rund 20 Millionen Euro in den Ausbau mit schneller Glasfaser fließen können, sei kein Selbstläufer gewesen. Von den umfangreichen Antragsformularen, zahlreichen öffentlichen und nichtöffentlichen Zusammenkünften der verschiedenen Akteure bis hin zum Querfeuer aus der Privatwirtschaft habe man viel Arbeit in das Projekt stecken müssen.

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Bereits im Januar und März 2020 wurden die Förderbescheide von Bund und Land zugestellt. Doch der Vectoringausbau eines großen privaten Telekommunikationsanbieters sorgte für erhebliche Verunsicherung. Denn die Fördermittel sollen den Ausbau der „weißen Flecken“ ermöglichen, nicht die Aufwertung des bestehenden Netzes. Vectoring ist eine Technik, mit der auch auf den bestehenden Kupferleitungen eine höhere Bandbreite erzielt werden kann. Hinter den Möglichkeiten der Glasfaser bleibt Vectoring jedoch deutlich zurück. „Ausschlaggebend war die klare Zusage von Bund und Land, dass der Ausbau trotzdem möglich sei“, so Thater.

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Lob für die gute Zusammenarbeit gab es auch von Landrat Martin Kistler: Die kluge Aufteilung der Aufgaben, etwa der Bau des Backbones durch den Zweckverband Breitband des Kreises und der individuelle Ausbau vor Ort durch die Kommunen, sei ein Erfolgsfaktor gewesen. „Und der Gemeinschaftsgeist wirkt“, so Kistler. Gerade im vergangenen Jahr habe sich deutlich gezeigt, wie wichtig eine schnelle Anbindung ans Internet sei, so der Konsens unter den Beteiligten. Wichtig sei nun, dass das Angebot auch angenommen werde: „Es wird noch mal eine gemeinsame Anstrengung, den Bau voranzutreiben und die Kunden zu begeistern. Aber das Produkt spricht für sich“, so Martin Benz, Bürgermeister von Hohentengen und zweiter Vorsitzender des Zweckverbands Breitband des Landkreises.