Kein Sommer in Wehr, kein Burgmusikfestival und auch keine Kleinkunst – die Corona-Pandemie sorgt für eine Vollbremsung des kulturellen Lebens in Wehr. Alle Veranstaltungen bis zum 31. August sind nun offiziell abgesagt. Trotzdem wollen Stadt und Servicegemeinschaft mit kleinen, kurzfristigen Aktivitäten für Abwechslung sorgen.

Die Absagen

Abgesagt sind nun nach dem Naturparkmarkt Ende Mai auch die Preisverleihung des Lothar-Späth-Förderpreises Ende Juni, der Sommer in Wehr und das Serenadenkonzert des Oberrheinischen Sinfonieorchesters Anfang Juli, das A-cappella-Konzert mit Ebbe und Flut Mitte Juli und das Burgmusikfestival Ende Juli. Ausfallen werden auch die für den Sommer geplanten Konzerte in der Brandlschen Kulturscheune im Enkendorf. „Wir haben in diesem Jahr mehrere Schläge verkraften müssen“, so formuliert es Bürgermeister Michael Thater mit Blick auf den Brand des Kindergartens Seebodens und die Corona-Pandemie.

„Es passiert aber auch viel Gutes: Die große Solidarität über die letzten fünf Monate sollten wir jetzt noch weiter üben.“ Wehr sei von der Pandemie stark getroffen: „Bezogen auf die Einwohnerzahl haben wir die meisten Coronafälle im Landkreis“, sagte Thater. Die Gesundheit der Bevölkerung gehe vor. Darum sei man jetzt zu dem Schluss gekommen, dass Großveranstaltungen nicht zu verantworten sind. Dennoch versuchen Kulturamt und Servicegemeinschaft, für Abwechslung zu sorgen. Ein Erfolg war das mobile Konzert mit Georgi Mundrov und Roman Kuperschmidt Anfang Mai.

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Bis zum 24. Mai wird im Ludingarten Autokino angeboten, dazu kommen kleine Onlineaktionen des Kulturamts. Anstelle des Sommers in Wehr sei eine kleinere Variante im Herbst denkbar, so Stephan Ruthe, Einzelhändler und Vorstandsmitglied der Servicegemeinschaft Wehr (SGW). Genaueres könne man noch nicht verraten: „Wir fahren auf Sicht“, so Thater.

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Es zeige sich die Zwickmühle von Stadt, Einzelhandel und Gastronomie: wird das Alternativprogramm zu interessant, kommen zu viele Besucher. Doch bei zu wenig Gästen müssen manche Betriebe für immer schließen. Viel hänge von den Gästen und Kunden ab: „Ich wünsche mir, dass sich die Bevölkerung solidarisch zeigt und sich auf die neue Situation einlässt“, so René Knappe. Der Pächter des „Storchehus“ darf zukünftig den Platz hinter dem Gasthaus für seine Tische nutzen und hat – wie alle Gastronomen – ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet. Bedauerlich sei, dass es in Wehr einige schwarze Schafe unter den Wirten gebe, so Thater. Das Vorgehen der Stadt sei hier ganz klar: „Es sind keine Bußgelder vorgesehen. Entweder es läuft oder es wird geschlossen“, sagte der Bürgermeister.

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