Wanderer steuern die hoch über dem Wehratal gelegene Ehwaldhütte gerne an. Eingebettet in purer Natur ist sie für alle und in jeder Jahreszeit ein Anziehungspunkt. Im Sommer fasziniert die Hütte mit den dunklen Tannen und den Laubbäumen in der Umgebung, im Herbst ist es die bunte Blättervielfalt und im Winter die funkelnden Schnee- und Eiskristalle. Die Ehwaldhütte ist immer eine Tour wert.

Das Jubiläum

Vor 125 Jahren wurde sie zum Schutz von Waldarbeitern und Forstleuten erbaut. Heute ist sie Allgemeingut und für alle zugänglich. In diesem Jahr hätte Jubiläum gefeiert werden können. Aus Gründen der Corona-Pandemie und eines Lockdowns musste das Jubiläumsfest abgesagt werden. Und es wird in diesem Jahr auch nicht mehr nachgeholt. Wird das Jubiläum im nächsten Jahr gefeiert? „Ja“, so bestätigt der Vorsitzende der Naturfreunde Grenzach-Wyhlen, Jürgen Traeder, auf Nachfrage. „Wir werden 2022 125 Jahre Ehwaldhütte Plus 1 begehen“, kündigt er an. Der Grenzacher Verein mit aktuell 65 Mitgliedern hat seit 70 Jahren das Sagen bei der Ehwaldhütte. Um 1950 herum hat der Verein sie vom staatlichen Forst angemietet.

Der Unterschlupf

Sie ist heute von Tourengehern, Wanderern, Familien und allen, die sich einmal das Vergnügen naturnaher Erholung gönnen möchten, gegen eine Gebühr zu mieten. 20 Personen maximal finden Unterschlupf in dem einfachen und schlicht ausgestatteten Haus. Viel Komfort gibt es nicht. Frisches Wasser muss außerhalb des Gebäudes an einem Brunnen geholt werden und Elektrik kommt aus der Solaranlage. Ein einfacher Holzherd zum Kochen muss genügen.

Die Geschichte

Auch wenn ein Grenzacher Verein sich um die Verwaltung und Vermietung der Hütte kümmert, so bleibt doch die Tatsache, dass sie sich auf Wehrer Gemarkung befindet. Mit ihrem Bau wurde 1895 begonnen. Die Bauskizze lieferte ein mit der Erstellung von Waldhütten erfahrener Großherzoglicher Oberförster. Die Bauaufsicht führten der Wehrer Waldstraßenbaumeister Karl Trunkenbolz sowie Forstrat Johann Baptist Huber aus Hornberg. Der Forstbezirk Säckingen beteiligte sich finanziell am Projekt.

Die Eröffnung

1896 wurde die Einweihung gefeiert. Am 18. Juli des gleichen Jahres findet sich der erste Hüttenbuch-Eintrag. Mehrmals wurde die Ehwaldhütte saniert, zuletzt 1980. Zum 100-jährigen Bestehen 1996 organisierte der Südwestrundfunk einen Wandertreff mit der Ewaldhütte als Zielpunkt. Dieser wurde zu einem großen Volksfest.

Heute

Aktuell ist der Hüttenbetrieb auf 770 Metern Höhe nach der monatelangen Schließung wegen der Corona-Pandemie im Juni dieses Jahres wieder angelaufen – unter strengen Hygieneauflagen. Lange wird die Hütte allerdings nicht mehr geöffnet sein. Denn von November bis März bleibt sie generell geschlossen. Winterbetrieb gibt es keinen, schon weil die Ehwaldhütte bei Schnee nur schwer zu erreichen ist und ein aufwendiger Fahrdienst dorthin aus Gründen des Naturschutzes nicht geduldet wird.