Während die Infektionszahlen in den Landkreisen Waldshut und Lörrach aktuell sinken, bleibt die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Wehr stabil auf hohem Niveau. 31 infizierte Wehrerinnen und Wehrer befinden sich laut Landratsamt aktuell in Quarantäne, so viel wie in keiner anderen Kommune des Landkreises. Lediglich in Bonndorf wurde gestern ein Infizierter mehr registriert. Zuletzt waren die Infektionszahlen in Wehr Ende Januar so hoch wie jetzt. Die höchste Zahl an Infizierten wurde am 15. Januar registriert. Damals meldet das Landratsamt 62 aktive Corona-Fälle in Wehr, also doppelt so viel wie heute.

Wird Wehr nun wieder ein Hotspot im Landkreis – so wie bereits Anfang des Jahres? Im Januar war das vergleichsweise hohe Infektionsgeschehen auf den verheerenden Ausbruch in der Bürgerstiftung zurückzuführen. Wie Bürgermeister Michael Thater nun auf Anfrage mitteilt, ist derzeit wieder eine städtische Einrichtung von einem Corona-Ausbruch betroffen: Die Kita-Zelg. Dieser sei für die aktuell hohen Zahlen in Wehr mitverantwortlich, so Thater. Allerdings gebe es auch abseits dieses Ausbruchs eine „diffuses Infektionsgeschehen“ in der Stadt. Er appelliert deshalb an alle Bürger, weiterhin die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und auch Regeln für private Treffen zu beachten. Immer wieder haben die Mitarbeiter des Ordnungsamts in den vergangenen Wochen Verstöße ahnden müssen.

Die Nachfrage nach Corona-Schnelltests ist bei den Wehrern derweil ungebrochen. Auch beim zweiten öffentlichen Testtermin der DRK-Ortsvereine Wehr und Öflingen für Wehrer Bürger am Karsamstag bildeten sich vor der Mediathek lange Schlangen – teilweise bis auf die Wehrabrücke. Über 400 Personen wurden an den beiden Terminen getestet – fünf positive Fälle dabei entdeckt. Aufgrund der hohen Nachfrage sollen diese Testtermine auch weiterhin jeweils samstags von 10 bis 14 Uhr stattfinden. Die Kosten für die Tests trägt dabei die Stadt Wehr.

Ab Montag, 19. April, sollen auch die Kinder aller Wehrer Schulen und Kindergärten regelmäßig getestet werden, „selbstverständlich mit Einverständnis der Eltern“, so Thater. Damit sollen weitere Ausbrüche in den Kindebetreuungseinrichtungen , wie zuletzt in der Kita Zelg, verhindert werden. Bislang wird lediglich das Personal der Schulen und Kindergärten mehrmals pro Woche in den Einrichtungen getestet. Beschäftigte der Stadtverwaltung erhalten seit März je zwei Selbsttests pro Woche.