Bei der Mitgliederversammlung vom Stadtseniorenrat (StSR) war schnell klar, die Mitgliedsorganisationen mischen sich in politische Angelegenheiten mit starker Vehemenz ein. Die Vertreter zahlreicher Wohlfahrtsverbände in der Stadt trafen sich im Familienzentrum am Dienstagabend eigentlich für die Neuwahlen des Vorstandes. Elegant, aber verbindlich, sind die Wünsche vom Stadtseniorenrat zur Sprache gekommen. Mit der katholischen Gemeindereferentin Carmen Horvatic ist die Nachfolge von Gerhard Lehnert als zweite stellvertretende Vorsitzende geregelt worden.

Carmen Horvatic ist die frisch gewählte neue zweite stellvertretende Vorsitzende vom Stadtseniorenrat Wehr.
Carmen Horvatic ist die frisch gewählte neue zweite stellvertretende Vorsitzende vom Stadtseniorenrat Wehr. | Bild: Gerd Leutenecker

Kaum hatte die Vorsitzende Susanne Andres ihren Rechenschaftsbericht für die beiden zurückliegenden Jahre beendet, kristallisierte sich der Unmut über die schwierigen Fußgängeranbindungen zum offenen Meinungsaustausch. Bürgermeister Michael Thater musste einiges erklären und seine Sichtweise verteidigen. Für Verbesserungen an der Höfstraße setzt sich der Stadtseniorenrat seit Jahren ein.

„Da müssen Absenkungen der Bordsteine her“, für Rollatoren oder Rollstühle sei der Bereich zwischen Friedrich-, Schopfheimer und Todtmooser Straße „weiterhin schwierig für Senioren“, so eines der Mitglieder. Rainer Hilpert vom Vorstand legte deutlich nach: „Das muss weitergedacht werden, schließlich kommt dort auch das neue Ärztehaus hin“. Und der erste stellvertretende Vorsitzende Harald Orth machte klar, „wir brauchen jetzt ein Gesamtkonzept und nicht immer verschieben“.

Die im städtischen Haushalt eingestellten 70.000 Euro würden dafür nicht ausreichen. „Da sind Planungsüberlegungen da, aber das ist nicht ganz easy“, sagte Thater. Christine Mattes und Hans-Peter Zimmermann wissen zwar, dass seit der Gründung vom StSR im Jahr 2006, einige gesellschaftspolitische Themen mit Vorschlägen und Empfehlungen in den Gemeinderat eingeflossen sind – „aber die Fußgängeranbindung, das dauert jetzt schon zu lange“, so Zimmermann. Thater: „Da ist der Stadtseniorenrat sehr aufsässig, wir müssen das aber richtig machen und das kostet mehr“.

Leichte Veränderungen in der Vorstandschaft bilden weiterhin das stabile Korsett für die Seniorenarbeit. Hansjörg Berthold kandidierte nicht mehr als Beisitzer, Günter Kohlbrenner wird neben Ottilia Rüttnauer und Stefanie Trierweiler das Team ergänzen. Für die Wiederaufnahme der beliebten Tanztee-Veranstaltungen in der Stadthalle bleibt Berthold weiterhin aktiv. Die Einbindung der Kirchen in die Seniorenarbeit in der Stadt wird mit Carmen Horvatic gestärkt. Andres, Orth, Hilpert und Kassierer Gerhard Schuberth sind wiedergewählt worden.