Diese Scherben sollen Glück bringen: Der Tradition gemäß fand am gestrigen Freitagnachmittag mit einem zerbrochenen Glas, das zuvor vom Zimmermeister Bernhard Graf geleert worden war, das Richtfest des neuen Kindergartens Seeboden statt.

Die erste Begehung: Architekt Reiner Wenk (rechts) führte die Besucher durch das neue Kindergartengebäude.
Die erste Begehung: Architekt Reiner Wenk (rechts) führte die Besucher durch das neue Kindergartengebäude. | Bild: Maria Schlageter

Mit der Fertigstellung des Rohbaus ist ein weiterer Etappenschritt der Bauphase geschafft, die vor einem Jahr mit dem Spatenstich begonnen hatte. Die Arbeiten des städtischen Baus liegen demnach gut in der Zeit, sodass Bürgermeister Michael Thater folgenden Prognose wagte: „In einem Jahr feiern wir die Einweihung.“

Dass im Seeboden überhaupt ein neuer Kindergarten entsteht, hat allerdings einen tragischen Hintergrund: In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 2020 ist das frühere Kindergartengebäude komplett abgebrannt. Ein Unglück, das sich vielen, insbesondere aber den Seeboden-Familien, eingeprägt hat. Deswegen waren die kleinsten und jüngsten Gäste auch mit die wichtigsten Personen an diesem Richtfest, bei dem Freud und Leid nah beieinander waren. Das neue Gebäude bietet auf zwei Geschossen Platz für über 100 Kindergartenkinder, die momentan im Provisorium in der benachbarten Realschule untergebracht sind.

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„Die Kinder sollen sich hier wohl fühlen“, unterstrich Architekt Reiner Wenk, der die Erzieherinnen, Kindergartenkinder, Stadträte und alle anderen Anwesenden durch das Haus führte. Im jetzigen Bauzustand wirken die Räume noch etwas kahl, die Weiträumigkeit und die Lichtdurchflutung durch die großen Fenster sind aber von innen schon eindrücklich zu erkennen. Von außen erinnert das Gebäude eher an ein Werk des Verhüllungskünstler Christo, wie Thater und Wenk scherzten.

Ein wichtiger Meilenstein: Architekt Reiner Wenk und Bürgermeister Michael Thater begrüßten die Gäste beim Richtfest des Kindergartens Seeboden.
Ein wichtiger Meilenstein: Architekt Reiner Wenk und Bürgermeister Michael Thater begrüßten die Gäste beim Richtfest des Kindergartens Seeboden. | Bild: Maria Schlageter

Aus Schutz gegen die Witterung sind die Außenwände noch mit Folie verpackt. In den kommenden Wochen, sobald die Fenster eingebaut und die Dachvorsprünge montiert sind, wird der Neubau enthüllt. Dieser Arbeitsschritt sowie fast alle anderen auch wurden und werden von Firmen aus Wehr getätigt, was Thater besonders freut: „Wir sehen hier eine Leistungsschau des Wehrer Gewerbe.“

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Der schönste Umstand an diesem Richtfest war aber die Freude in den Gesichtern der Belegschaft um Leiterin Judith Frank und den anwesenden Kindern. Das sah auch Bernhard Graf so, der einen sehr persönlichen Richtspruch vom Dach herunterrief, in dem es hieß: „Ein Kinderlachen, froh und rein, voll Übermut und Innigkeit soll immer hier zu hören sein von heute an für alle Zeit!“