Wikingerdorf, Schlössle in Flammen und Jurtenstadt sind Aktionen, mit denen die Wehrer Pfadfinder vielen bekannt sind. Dahinter steht eine Gemeinschaft von über 100 Jugendlichen und Erwachsenen, die sich den Idealen der weltweiten Pfadfinderbewegung verschrieben haben. Während der Pandemie musste die Jugendorganisation dafür neue Ideen finden.

Die wöchentlichen Gruppenstunden mussten genauso wie viele Aktionen der Pfadfinder ausfallen. Doch ganz ruhig ist es nicht geworden. So wird seit Jahresanfang an der Georgsklause nahe des Flugplatzes Hütten mit Motorsägen Baumkunst geschaffen. Anstelle von Schnitzeljagden und Walderkundungen gab es für die jüngeren Mitglieder eine Stafette durch Wehr. „Unsere Jüngsten singen sonst regelmäßig im Altenheim Lieder – jetzt wurden stattdessen Bilder gemalt,“ so Saskia Siebold vom Pfadfinder-Leitungsteam.

Kreativ: Die Motorsägenkunscht der Pfadfinder kann an der Georgsklause nahe des Flugplatz Hütten bewundert werden. Die Bäume mussten wegen Borkenkäferbefall gefällt werden und zieren jetzt das Fleckchen Wald der Pfadfinder.
Kreativ: Die Motorsägenkunscht der Pfadfinder kann an der Georgsklause nahe des Flugplatz Hütten bewundert werden. Die Bäume mussten wegen Borkenkäferbefall gefällt werden und zieren jetzt das Fleckchen Wald der Pfadfinder. | Bild: REINHARD VALENTA

Neben Online-Gruppenstunden hat sich das rund 30-köpfige Leitungsteam etwas Besonderes einfallen lassen: die Gruppenstunde im Schuhkarton, gefüllt mit Bastelsachen und Aufgaben zur Naturerkundung. „Das kam sehr gut an“, freut sich Siebold. Nicht ausgefallen ist im Januar das Christbaum-Einsammeln, aber natürlich unter Beachtung der Schutzvorgaben: 1200 Bäume konnten gesammelt werden und die Ferienlagerkasse so aufgebessert werden.

Auch das Friedenslicht aus Bethlehem hat im Dezember trotz Pandemie seinen Weg ins Wehratal gefunden: „Ein Gottesdienst war nicht möglich, darum haben wir das Licht auf Wunsch nach Hause gebracht. Das war sehr schön, auch weil man wieder ein wenig Kontakt hatte“, so Siebold.

Gemeinschaftlich: Die christlich geprägten Pfadfinder feiern auch Gottesdienste und beten gemeinsam. Im Dezember brachten sie das Friedenslicht persönlich zu den Wehrern.
Gemeinschaftlich: Die christlich geprägten Pfadfinder feiern auch Gottesdienste und beten gemeinsam. Im Dezember brachten sie das Friedenslicht persönlich zu den Wehrern. | Bild: PFADFINDER WEHR

Wie es weitergehe sei noch nicht absehbar. „Wir hoffen, dass dieses Jahr wieder ein Sommerlager möglich ist, vielleicht in der Region statt wie sonst weiter entfernt“, so Siebold. Für die Kinder und Jugendlichen , aber auch für die Leiter sind die zwei Wochen im Wald ein besonderes Erlebnis. „Das ist eine andere Welt, ganz ohne Technik und mit Abenteuern!“ Die Natur schützen und Gutes tun gehöre schließlich zum Pfadfinderversprechen. Sie selbst ist bereits von klein auf dabei: „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder“, lacht Siebold. „Viele bringen ihre eigenen Kinder mit zu den Pfadfindern und freuen sich, etwas weiterzugeben: Die Idee, das Kindern das einfache Leben kennenlernen.“