Wehr soll mit dem Brennet-Gelände in Öflingen ein zweites Sanierungsgebiet bekommen. Der Gemeinderat stimmte am Dienstag zu, einen entsprechenden Antrag für die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm zu stellen. Es wäre eine große Besonderheit, wenn eine Kommune von der Größe Wehrs zwei Sanierungsgebiete gefördert bekäme, so Andrea Gaede von der LBBW Immobilen Kommunalentwicklung GmbH (KE): „Es ist eine einmalige Chance.“ Beim Besuch der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer im Sommer habe es die Zusage gegeben, das ein Antrag möglich sei, so Bürgermeister Michael Thater. „Und wir müssen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit einer Autobahnbrücke rechnen“, so Thater. In diesem Fall hätte die Sanierung keinen Sinn gemacht, da viele Flächen blockiert gewesen sein.

In Zusammenarbeit mit der KE und dem Architektenbüro Baldauf fanden darum innerhalb weniger Monate vorbereitende Untersuchungen statt. Auf Basis dieser Unterlagen wird der Förderantrag gestellt. Die Frist für die Abgabe endet am 2. November, so Bürgermeister Thater in Hinblick auf das schnelle Vorgehen. Hinsichtlich der im Antrag festgehaltenen Förderrahmen von 4,86 Millionen Euro habe man bewusst ein hohen Betrag gewählt, um eine gute Fördersumme zu erzielen, erklärt Gaede. Auf die Stadt würden in diesem Szenario Kosten von knapp zwei Millionen Euro entfallen, die in einem Zweitraum von rund zehn Jahren aufgebracht werden müssten.

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Diskussionsbedarf gab es hinsichtlich der Gebietsgrenzen: Ursprünglich habe man nur das Brennet-Gelände selbst überplanen wollen, nun seien auch angrenzende Bereiche mit aufgenommen worden, stellte Paul Erhart (CDU) fest: „Wenn wir Brennet entwickeln wollen, gehört auch der Bahnhof dazu.“ Dem stimmte der Bürgermeister zu: „Das Gebiet wird nicht so bleiben, der Blick wird auch über die B 34 hinaus gehen.“

Jetzt aber gelte es mit einem zügigen Antrag den Fuß in die Tür zu bekommen. Tatsächlich sei nach der Bewilligung die Fläche des Sanierungsgebietes genauso wie die angedachten Maßnahmen noch immer änderbar, erklärt Gaede. „Wir begrüßen das schnelle Vorgehen. Details sind natürlich noch zu besprechen, vielleicht sogar eine Vergrößerung,“ so Christoph Schmidt (FW).

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Ein Sanierungsgebiet in Öflingen und die geplante Einbeziehung von Grünflächen und der Wehra begrüßte auch Stefan Engel (Grüne). Wichtig sei es, eine gute Regelung für die Verteilung der Abbruchkosten zu finden. Hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung solle es im Frühjahr 2022 auch eine Bürgerforum geben, so Thater.