Die Arbeiten am Kirchturm der St. Ulrichskirche in Öflingen sind in vollem Gange. Seit einiger Zeit ist der Turm der katholischen Kirche in eingerüstet. Viele Einwohner fragen, was sich da tut und was der Zweck der Sanierungsarbeiten ist.

Zunächst war 2015 aufgefallen, dass sich eine Rosette aus Sandstein am Kirchturm gelöst hatte und herabzufallen drohte. Das Erzbischöfliche Bauamt beauftragte sofort einen Statiker und Steinmetz mit der Untersuchung.

Dabei zeigten sich zwei Probleme: Erstens konnte das Sandsteinteil nicht vom Turminneren aus zur Restauration herausgenommen werden. Um diese Arbeit auszuführen, ist ein Außengerüst erforderlich. Das lockere Sandsteinteil wurde deshalb zunächst mit Gurten gesichert.

Diese Sandsteinrosette war locker geworden und drohte, herauszubrechen.
Diese Sandsteinrosette war locker geworden und drohte, herauszubrechen. | Bild: Hans Loritz

Zum anderen wurde festgestellt, dass der Glockenstuhl die Vibrationen auf die Außenmauern überträgt. Der Glockenstuhl zeigte an den Verbindungsstellen Ermüdungserscheinungen. Sofort wurde dieses Problem angegangen und vom Statikbüro Kremp ein Konzept ausgearbeitet. Durch die Zimmerei Bühler wurden dann die Arbeiten ausgeführt und der Glockenstuhl mittels Metallverbindungsteilen in einen stabilen Zustand gebracht.

Da, wie oben aufgeführt, für die Sicherung des Sandsteinteiles ein Gerüst notwendig ist und dieses allein mit rund 40.000 Euro veranschlagt wurde, entschied man sich in diesem Zusammenhang, auch anfallende Arbeiten am Kirchturm durchzuführen.

So werden nun für Gerüstarbeiten die Sandsteinarbeiten, Zimmerer- und Holzbauarbeiten inklusive Metall/Schlosserarbeiten, Malerarbeiten,
Blechnerarbeiten, Überholung der Zifferblätter und Zeiger an der Kirchturmuhr, Elektroarbeiten und Nebenkosten insgesamt mehr als 300.000 Euro investiert. Die Arbeiten werden von Diplom-Ingenieur (FH) und Architekt Markus Sauer vom Erzbischöflichen Bauamt in Freiburg geleitet. Vor Ort wird er vom Mitglied des Stiftungsrat Stefan Frank unterstützt, der aufgrund seiner Tätigkeit beim Staatlichen Bauamt Erfahrungen bei der Sanierung von Kirchen gesammelt hat.

Zur Zeit sind die Arbeitsgemeinschaft Wieder und Grieb mit den Sandsteinarbeiten beschäftigt. Die gefährdete Sandsteinrosette wurde mittlerweile ausgebaut und Petra und Wolfgang Wieder zeigten, wie ein solches Teil fachmännisch restauriert wird.

Petra und Wolfgang Wieder begutachten das lose Stück Sandstein von der Außenfassade des Kirchturms.
Petra und Wolfgang Wieder begutachten das lose Stück Sandstein von der Außenfassade des Kirchturms. | Bild: Hans Loritz

Zunächst werden genauestens die Festigkeit und das Schadensbild überprüft und dann die einzelnen Arbeitsschritte festgelegt. Dort, wo Risse vorhanden sind, werden entsprechende Bohrungen angebracht, in die Edelstahlstäbe eingebracht werden. Danach werden die Bohrungen mit Epoxidharz verpresst. Danach werden beschädigt Flächenteile mittels spezieller und erprobter Reparaturmasse schichtweise aufgebaut und am Ende geschliffen.

Parallel dazu werden alle Fugen kontrolliert, schadhaftes Fugenmaterial herausgekratzt und neu verfugt. Großes Augenmerk wird auch auf vorhandene Verbindungsteile auf Stahl gelegt. Sollten diese angerostet sein werden sie durch solche aus Edelstahl ersetzt.

Petra und Wolfgang Wieder freuen sich sehr, dass sie diesen Auftrag ausführen dürfen. Die schöne Kirche in Öflingen sei für sie eine besondere Herausforderung. Wolfgang Wieder erklärte: „Wenn ich unterwegs bin, freue ich mich immer, wenn bei der Durchfahrt an einer Kirche vorbeikomme, an der ich gearbeitet habe und sehe dass die Arbeit gelungen ist.“