Die Bauleistungen für den städtischen Breitbandausbau mit einem Volumen von rund zehn Millionen Euro wurden am Dienstag Abend vergeben. Bereits für den 20. Juli ist der Spatenstich geplant. Die Vergabe an das Unternehmen Stark Energies aus Ludwigsburg, einem Tochterunternehmen der türkischen Yilmaz Elektrik, wurde davor kritisch diskutiert.

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„Es ist wieder ein ganz großer Meilenstein, jetzt konkret die Bauleistungen zu vergeben“, so Bürgermeister Michael Thater im Gemeinderat. Mit einem Auftragsvolumen von rund 10 Millionen Euro habe der Auftrag zudem eine sehr seltene Größenordnung. Gleichzeitig ist es ein Vergabe mit hohem Zeitdruck: Eine Ablehnung der Gemeinderäte würde eventuell das gesamte Projekt in Frage stellen, so Thater auf Nachfrage von Stadtrat Stefan Engel (Grüne).

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Erst am Dienstag Vormittag waren die letzten Unterlagen an die Gemeinderäte verteilt worden. Es ist eine Gratwanderung: Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, muss im Juli mit dem Bau begonnen werden. Gleichzeitig ist das Vergabeverfahren sehr komplex, erklärt der technische Leiter des Eigenbetriebs Breitband Helge Laufer. Der große Auftrag musste europaweit ausgeschrieben werden, erstmalig in einem digitalen Verfahren. Vier Angebote gingen ein, davon konnten drei gewertet werden. Dabei hatte die Stadtverwaltung auch externe Unterstützung durch ein Anwaltsbüro. „Wir haben eine Bewertungsmatrix entwickelt, in welche nicht nur der Endpreis einfließt“, erklärte Laufer.

Auch die Qualifikation des Fachpersonals und das Konzept wurden gewertet. Insgesamt stand die Firma Stark Energies am besten da, auch wenn mit dem Unternehmen bereits Probleme bekannt sind: „Die Firma hat viel Erfahrung in der Region und ist aktuell in elf anderen Gemeinden am Hochrhein tätig“, erklärte Hardy Gutmann. Sein Ingenieurbüro arbeite bereits mit dem Unternehmen zusammen. „Es ist eine Firma mit sehr guten Leuten. Aber am Anfang hatten wir extreme Probleme mit den Bautrupps.“ Es waren Nachschulungen der Arbeiter nötig, da die Fachkenntnis an der Basis gering war.

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Auf Nachfrage von Stadtrat Hans-Peter Zimmermann (FDP) versicherte Gutmann, dass Kreditauskünfte und Referenzen vorliegen würden und es sich trotz des „sensationell günstigen Angebots“ nicht um einen Spekulationspreis handele. Die Firma sei sehr bestrebt, sich am Hochrhein zu etablieren und wolle auch ihren Firmensitz hierher verlegen. Trotzdem regte Stadtrat Vito Doria (Grüne) Kontrollen an: „Wir haben das Recht, die Einhaltung sozialer Standards und die Zahlung des Mindestlohns zu prüfen.“ Dies sei ein berechtigter Hinweis, so Gutmann: „Die Containersiedlung in St. Blasien wird regelmäßig scharf kontrolliert.“ Mehrheitlich, mit einer Gegenstimme von Stadtrat Zimmermann, vergab der Gemeinderat schließlich den Auftrag an die Firma Stark Energies. Doch auch wenn der Spatenstich an der Zelgschule bereits am 20. Juli stattfindet: Erfahrungsgemäß dauere es zwei bis drei Monate, bis die Arbeiten richtig beginnen, so Gutmann. Bis dahin wolle man sich mit Stark Energies zusammensetzen und Details besprechen. Die ersten Bauanträge seien aber bereits ausgearbeitet und sollen schon am Mittwoch verschickt werden.