Mit einer eisigen, aber abstrakten Winterlandschaft, gehalten in kalten aber klug zueinander positionierten Farben auf einer kreisförmigen Holzplatte, ist der Tübinger Künstlerin Heike Schäfer ein bemerkenswertes Kunstwerk gelungen. Gestern wurde ihr für „Winterbachrondo“ der Hauptpreis des Lothar-Späth-Förderpreises virtuell in der Wehrer Stadthalle verliehen. Der zweite Preis ging an Edith Kleinmichel als Berlin, der dritte Preis an Bärbel Murawski aus Bernau.

Das Grußwort der Schirmherrin: Anne-Sophie Mutter wendete sich per Video-Botschaft an die Preisträger.
Das Grußwort der Schirmherrin: Anne-Sophie Mutter wendete sich per Video-Botschaft an die Preisträger. | Bild: Maria Schlageter

Mit großer Anerkennung und lobenden Worten der Jury-Vorsitzenden Elena Romanzin, jedoch ohne den tosenden Applaus des Publikums und ohne das herzliche Händeschütteln ging die digitale Verleihung jedoch ungewohnt einsam über die Bühne „Winterbachrondo“ stand so gesehen nicht nur als Kunstwerk im Mittelpunkt der Verleihung, sondern repräsentierte mit seinem Motiv auch das Stimmungsbild, das frostig distanziert, in seiner Form und den Bemühungen aller Beteiligten trotzdem rund-harmonisch war. Digitalität mag das Real-Weltliche nicht ersetzten, kann aber emotional berühren. Das hat die Lothar-Späth-Förderpreis-Verleihung 2021 bewiesen.

„Bei unserer Bewertung ging es ausschließlich um die ästhetische Qualität“, beschreibt Romanzin die Arbeit der Jury, die neben ihr aus dem Künstler Stephan Budian und Marion Linder von der Lebenshilfe bestand. Es sei keine leichte Aufgabe gewesen, denn das Kriterium „Qualität“ haben alle eingereichten Werke auf hohem Niveau erfüllt.

Pianist Georgi Mundrov sorgte für die musikalische Umrahmung der Verleihung des Lothar-Späth-Förderpreises.
Pianist Georgi Mundrov sorgte für die musikalische Umrahmung der Verleihung des Lothar-Späth-Förderpreises. | Bild: Maria Schlageter

Was alle der 15 preisgekrönten Bilder trotz ihrer visuellen und technischen Unterschiedlichkeit vereint, ist ihre künstlerische Eigenständigkeit. Jedes Werk erzählt seine eigene Geschichte, hat seine eigene Dynamik und fesselt so den Blick der Betrachter. Der kompetitive Gedanke, der dem Lothar-Späth-Förderpreises vorausgeht, sei deshalb auch nicht im Gewinner-Verlierer Gegensatz zu verstehen. Vielmehr gehe es, so die Jury, um Inspiration und Motivation des malerischen Schaffens.

In diesem Sinne wandte sich auch Anne-Sophie Mutter als Schirmherrin der Verleihung an alle Preisträger. „Sie sind alle künstlerisch gleichwertig. Ich gratuliere meinen Künstlerkollegen für ihre Begabung, ihre Leidenschaft und ihre Fähigkeit zu berühren“, sagte die Star-Geigerin in ihrer Video-Botschaft und versprach sogleich im kommenden Jahr wieder persönlich an der Verleihung in Wehr teilnehmen zu wollen – sehr zur Freude des diesjährigen Moderatoren-Trios Elena Romanzin, Ulrich Delhey und Michael Thater. „Diese Veranstaltung soll nicht die Blaupause für weitere Verleihungen sein“, betonte Thater, „ich hoffe sehr auf ein physischen Treffen 2022 mit Anne Sophie Mutter und allen Preisträgern.“