Nicht immer sind es die großen Investitionen, die für Gesprächsstoff sorgen. Manchmal verbergen sich auch hinter kleinen Planungsgeldern interessante Nachrichten. Wir haben einige Punkte zusammengestellt.

  • Webcam: Schon im Vorjahr angekündigt wurde die Webcam, die nun im kommenden Jahr installiert werden soll und in regelmäßigen Abständen ein Bild in das Internet schicken soll. Über die Notwendigkeit und vor allem den Standort gingen die Meinungen unter den Räten allerdings auseinander: Für Bürgermeister Thater kommt nur der Talschulplatz infrage, andere sehen hier aber kaum spannende Bilder. (Kostenpunkt: 2500 Euro)
  • WLAN-Hotspots: Auch dies war bereits angekündigt, wurde aber auf 2020 verschoben. Sechs öffentliche Hotspots sollen installiert werden, über die man kostenlos ins Internet kann. Mit den ursprünglich angestrebten EU-Fördergeldern wären weitere Folgekosten verbunden gewesen, welhalb die Stadt das Projekt nun ohne Fördermittel umsetzen will. (25.000 Euro stehen dafür bereit)
  • Virtueller Stadtspaziergang: Mit 360-Grad Fotos (ähnlich Google Streetview) will Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl den Besuch der Wehrer Innenstadt per Internet möglich machen. Denkbar sind auch der Besuch von Innenräumen, beispielsweise von Museen oder städtischen Gebäuden. Ob die eingeplanten 5000 Euro dafür ausreichen? Im Gemeinderatsausschuss wurde die Investition kontrovers diskutiert: Während Paul Erhart (CDU) die Idee als moderne Werbung für den Tourismus begrüßte, sieht Mathias Scheer (FW) die Möglichkeit, eine solches Angebot durch Sponsoren zu finanzieren.
  • Glockenspiel: Die Digitalisierung macht auch vor dem altehrwürdigen Glockenspiel des Alten Schlosses nicht Halt: Weil im Falle eines technischen Defekts laut Bürgermeister Michael Thater nur noch ein einziger Techniker das walzengetriebene Glockenspiel reparieren kann und dieser auch bereits im Ruhestand ist, will die Stadt das Instrument digitalisieren (Geschätzte Kosten: 16.000 Euro).
„Üb immer Treu‘ und Redlichkeit“: Statt mit Walzen soll das Glockenspiel am Alten Schloss künftig digital betrieben werden.
„Üb immer Treu‘ und Redlichkeit“: Statt mit Walzen soll das Glockenspiel am Alten Schloss künftig digital betrieben werden. | Bild: Obermeyer, Justus
  • Burgfestival: Die Stadt plant für 2020 eine zweite Auflage des Burgfestivals auf dem Schlössle. Organisiert wird es aber nicht mehr von einer Event-Agentur, sondern vom Kulturamt. Das Bühnenprogramm sollen regionale Künstler und Bands gestalten. 15.000 Euro stehen hierfür bereit, allerdings sollen Sponsoren diesen Betrag senken.
  • Kulturamt: Nach fast 30 Jahren bekommt das Kulturamt neue Möbel. Dessen Leiter Frank Johannes Wölfl plant zudem eine Umgestaltung des Eingangsbereichs, der auf die Besucher einladender wirken soll (38.500 Euro).
Das Wehrer Kulturamt bekommt nicht nur neue Büromöbel, auch der Eingangsbereich soll einladender werden.
Das Wehrer Kulturamt bekommt nicht nur neue Büromöbel, auch der Eingangsbereich soll einladender werden. | Bild: Obermeyer, Justus
  • Radweg: Das etwa 400 Meter lange Stück Feldweg zwischen der Hütte im Flienkener Hölzle und Schopfheim-Eichen soll asphaltiert werden. Damit wird die Lücke im Radweg nach Schopfheim geschlossen. Zur Erinnerung: Die vom Land vorgeschlagene Asphaltierung des Wegs nach Hasel und Einrichtung eines Schnellradwegs hatte der Gemeinderat abgelehnt, stattdessen einen Radweg über die Schopfheimer Straße vorgeschlagen. „Hier ist zwar die Förderung nicht so hoch, aber es ist einfach vernünftiger“, so Bürgermeister Thater.
  • Jugendhaus: Einstimmig empfahl der Ausschuss, die Wünsche des Jugendhauses zu verwirklichen: Eine neuer Computer soll die Bearbeitung von Audio- und Videodateien ermöglichen (3500 Euro). Auch das gewünschte Beachvolleyballfeld beim Jugendhaus soll gebaut werden. Die eingeplanten 6000 Euro sollen durch eine Sponsorensuche aber noch gemindert werden.
  • Mobilität: Nachdem die Stadtratsfraktion der Grünen jüngst einen Antrag gestellt hatten, ein Mobilitätskonzept für die Stadt zu erstellen, hat der Gemeinderatsausschuss nun vorsorglich die Bereitstellung von 10.000 Euro dafür vorgeschlagen. Einen Beschluss dazu muss der Gemeinderat allerdings noch fassen.
  • Feuerwehr bekommt hauptamtlichen Gerätewart: Die Ausstattung der Feuerwehr ist für jede Kommune eine Aufgabe, die höchste Priorität genießt. Mit Fahrzeugen ist die Wehrer Feuerwehr durch Großinvestionen der vergangenen Jahr gut ausgestattet. Im kommenden Jahr sind es daher eher kleinere Investitionen: Ein Notstromaggregat für 70.000 Euro, neue Türen für den Schlauchturm oder Tore für das Gerätehaus in Öflingen. Personell gibt es allerdings eine Neuerung: Erstmals bekommt die Wehrer Feuerwehr einen hauptamtlichen Gerätewart.
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