In drei Wochen werden EnBW und Energiedienst ihren im vergangenen Jahr ans Netz gegangenen Windpark Hasel offiziell einweihen. Wie EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark auf Anfrage mitteilt, wird der Festakt am Freitag, 6. Juni, ab 14 Uhr bei der Erdmannshöhle stattfinden. "Von dort wird auch ein Shuttle-Bus auf den Glaserkopf fahren", so Stark. Zur offiziellen Einweihung sind auch einige Politiker aus der Landespolitik geladen. Wer die Einladung nach Hasel kommt, steht allerdings noch nicht fest. "Es ist immerhin der südlichste Windpark Baden-Württembergs", hofft Stark auf prominente Teilnehmer. Ausdrücklich eingeladen ist auch die Wehrer Bevölkerung, da beim Bau des Windparks die Stadt Wehr einige Einschränkungen hinnehmen musste.

Knapp zehn Gigawattstunden Strom hat der Windpark Hasel seit Jahresbeginn produziert – so viel wie 3200 Durchschnittshaushalte im Jahr verbrauchen. Den größten Ertrag erwirtschafteten die drei Hasler Windräder in den ersten drei Monaten des Jahres. Seit 1. April laufen die Anlagen hingegen nur auf Sparflamme. Der Grund: Tagsüber müssen nach einer Verfügung des Landratsamts Lörrach zwei der drei Windkraftanlagen abgestellt werden, da sie in einem 300-Meter-Umkreis zu einer landwirtschaftlich genutzten Wiese liegen. Wenn der Landwirt diese mäht, könnten die aufgescheuchten Kleintiere die geschützten Rotmilane anlocken. Da es aber nach wie vor keine vertragliche Einigung zwischen dem Windparkbetreiber EnBW und dem Landwirt gibt, wann und wie die Mahd gemeldet wird, stehen das nördliche und mittlere Windrad vorläufig tagsüber still. Weil zudem noch bis Herbst ein Fledermaus-Monitoring läuft, dürfen sich die Windräder nachts nur bei stärkeren Windstärken drehen.

Auf den Stromertrag des Windparks haben die Einschränkungen der Genehmigungsbehörde deutliche Auswirkungen: Gerade einmal 165 Megawattstunden wurden beispielsweise in den ersten zwölf Junitagen produziert, damit liegt die Stromausbeute der Anlagen bei gerade einmal sechs Prozent. Wieviel Strom aktuell erzeugt wird, macht EnBW mit einer Smartphone-App transparent. Hier lässt sich auch ablesen, dass es zeitweise sogar zu einer "negativen Stromerzeugung" kommt, nämlich dann, wenn die Anlage selbst mehr Strom verbraucht, als es der Wind einbringt.

EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark hofft, dass die letzten Unklarheiten bis zur Einweihungsfeier Anfang Juli geklärt sind, so dass sich die Windräder dann auch tatsächlich rund um die Uhr drehen können.