Mit dem Schießen ist das so seine Sache. Der Sport ist nichts für „hippelige Maulhelden“, wie ein Standbetreuer seine Teilnehmerschar einschätzt. Die Unterhebelgewehre sind landläufig als leichte Winchester aus den Westernfilmen bekannt. Aber im Einsatz beim Hasen- oder Büchsenschießen in der 25-Meter-Distanz versagte so mach großspurig daherredender Nachwuchsschütze. Da waren die Frauen häufig im Vorteil: Ruhiger im Ablauf der Bedienung der Gewehre und zielgenauer bei den Ergebnissen.

Auf „Jolly Jumper“ sitzend, das Holzpferd hatte den passenden Sattel, oder stehend auf der Pirsch – die Kleinkaliberpatronen flogen auf den Schießständen nur so durch die Luft. Der Laserschießstand bei den Luftgewehrschützen war zwar für die Kinder und Jugendlichen aufgebaut. Aber wohl wissend um die mangelnden Schießergebnisse, wollte so manch gestandener Cowboy dann doch wissen, wo die Fehler beim Zielen und dem Handling mit dem Gewehr herkommen.

Schießen als Sport in ganz eigener Atmosphäre: Das Westernfest der Sportschützengesellschaft Wehr kommt bei den Gästen weiterhin gut an.
Schießen als Sport in ganz eigener Atmosphäre: Das Westernfest der Sportschützengesellschaft Wehr kommt bei den Gästen weiterhin gut an. | Bild: Gerd Leutenecker

Das Großkaliber am 50-Meter-Stand ist deutlich lauter. Mit den schweren Vorderladern haderte so mancher Schütze. Ein starker Rückstoß war erwartet, dass die Präzisionsgewehre aber recht feinfühlige Abzugshebel haben, da ging so manch lauter und pulverdampfumwobener Schuss klar daneben. „Es muss nur ein Blecheimer getroffen werden“, war der lapidare Hinweis der Trainer und Betreuer. Getroffen wurde selten. Drei Treffer von fünf Schuss auf die Büffelattrappen war noch ein gutes Ergebnis.

Zucker, Hafer, Rum, Mehl sind gegen die Büffel „eingetauscht“ worden. Der Bankschalter war zwar heiß umlagert, als die Euros in die stadteigene Dollars umgetauscht wurden; zu einem Banküberfall in Westernmanier kam es nicht. Der fahrende Schmied zeigte sein Können, der dubiose Wunderheiler Michael Huber, – „ein kleiner Schluck vom neuesten Kräutermix hilft in allen Lebenslagen“ – durfte auch nicht fehlen. Und am Saloon kamen tatsächlich nur wenige vorbei.

Mit der häufiger geschossenen Kanone zeigte Powder City seine Souveränität und Stadtrechte im ganz wilden Westen auf. Die Musik und Tanzdarbietungen unterhielten am Sonntagnachmittag. Bis 16 Uhr konnte unter Wettkampfbedingungen geschossen werden, die spätere Prämierung der Erfolge lockt weitere Schützen in den Verein. Der Erlös vom Westernfest geht an einen Tierschutzverein.