„Wehrer wählen Wehrer, Öflinger wählen Öflinger“ – sollte man zumindest meinen. Bei Blick auf die detaillierten Ergebnisse stellt man allerdings fest, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind.

So ähnlich sind sich die Ortsteile

Mit Hilfe der Einzelresultate der sieben Wehrer und der zwei Öflinger Wahllokale, lassen sich Resultate der beiden Ortsteile gut vergleichen. Überraschend: Es lassen sich bei den Listenergebnissen keine gravierenden Unterschiede im Wahlverhalten feststellen. Im Gegenteil: Jedes Teilergebnis eines einzelnen Ortsteils hätte exakt die gleiche Sitzverteilung gebracht wie das amtliche Gesamtergebnis: CDU und Freie Wähler mit jeweils fünf Mandaten, SPD und Grüne mit je drei und die FDP mit zwei Gemeinderäten. Einziger Unterschied: Die Freien Wähler sind traditionell in Öflingen etwas stärker als die CDU, in Wehr ist das Verhältnis umgekehrt. Auf die Verteilung der Mandate zwischen den fünf angetretenen Listen hätte dies aber keinerlei Auswirkungen gehabt.

Nur zwei Öflinger profitieren

Naturgemäß gibt es bei den Stimmen für die einzelnen Kandidaten größere Unterschiede, je nachdem, aus welchem Ortsteil sie kommen. Aber es gibt nur zwei Kandidaten, die von der festen Öflinger Sitzzahl profitierten: André Langbein (SPD, 854 Stimmen) und Stefan Engel (Grüne, 1425) holten als Öflinger einen Gemeinderatssitz und ließen die Wehrer Angelika Buchmann-Flaitz (SPD, 1012) und Michael Bauder (Grüne, 1992) hinter sich, obwohl diese mehr Stimmen bekamen. Die drei anderen Öflinger Gemeinderäte Siegfried Griener (CDU, 2360), Christoph Schmidt (FW, 2043) und Björn Griener (FDP, 2704) wären mit ihren Ergebnissen aber auch ohne die unechte Teilortswahl zum Zug gekommen.

Ein Öflinger als Opfer

Die Regelungen der Teilortswahl, die das Mitspracherecht der kleinen Ortsteile eigentlich stärken sollen, treiben mitunter auch paradoxe Blüten – und haben in Öflingen sogar ein Opfer: Michael Kownatzki (FW) wäre mit seinen 1698 Stimmen ohne Teilortswahl sicher in den Gemeinderat eingezogen. Den Öflinger Sitz der Freien Wähler hat aber bereits Christoph Schmidt inne, so blieb Kownatzki das Nachsehen.

Wehrer wählen auch Öflinger

Gerade einmal zwei Öflinger Kandidaten haben in ihrem Ortsteil tatsächlich besser abgeschnitten als in Wehr. Gerd Leutenecker und Thomas Grether (beide SPD). Die anderen Öflinger holten dagegen in Wehr den Hauptteil ihrer Stimmen. Eine weitere Erkenntnis: Starke Öflinger sind auch in Wehr stark – und umgekehrt. Die meisten gewählten Gemeinderäte haben in beiden Ortsteilen gut abgeschnitten. Ein Zeichen, dass Wehr und Öflingen inzwischen gut zusammengewachsen sind.

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