"Wehrhalla" nimmt Formen an: Am vergangenen Samstagmorgen begannen knapp 30 erwachsene Pfadfinder des Stammes St. Bernhard mit den Aufbauarbeiten für ihr Sommerprojekt auf dem Dinkelberg. Für das Wikingerdorf Wehrhalla haben sich die Pfadfinder einiges vorgenommen, um den jungen Pfadfindern und der Wehrer Bevölkerung am Wochenende viel Neues zu präsentieren.

Erste Arbeitsbesprechung am Samstagmorgen.
Erste Arbeitsbesprechung am Samstagmorgen. | Bild: Obermeyer, Justus

Die großen Bauten sind mittlerweile nahezu fertiggestellt. Aus Holz, Seilen und Zelttuch wurde ein mehrere Meter hohes Langhaus erstellt. "Es ist noch größer als das Zelt, das wir vor einigen Jahren in unserer Wüstenstadt errichtet haben. Und das war schon riesig", erklärt Simon Siebold vom Stammesvorstand. Über 30 Meter misst es in der Länge.

Festsaal, Theaterbühne und Wikingerkneipe in einem: Das Langhaus.
Festsaal, Theaterbühne und Wikingerkneipe in einem: Das Langhaus. | Bild: Obermeyer, Justus

Mit einer Zeitraffer-Kamera haben wir die "Bauarbeiten" am Wochenende gefilmt. Dies ermöglicht einen eindrucksvollen Blick auf den Baufortschritt:

Video: Justus Obermeyer

Den Pfadfindern geht es aber nicht nur um die Größe, sondern auch um viele raffinierte Kleinigkeiten. Hier ein Hebel, der einen überraschenden Mechanismus an ganz anderer Stelle auslöst, dort ein Fischerzelt am Steg, an dem sogar ein Wikinger-Boot liegt. Wickie, Snorre, Gorm, Faxe, Tjure, Urobe und Ulme lassen grüßen. Keine Frage: Es gibt viel zu sehen und auszuprobieren.

Mit viel Liebe zum Detail wird das dekorationsmaterial vorbereitet.
Mit viel Liebe zum Detail wird das dekorationsmaterial vorbereitet. | Bild: Obermeyer, Justus

Mit großer Akribie und viel Liebe zum Detail wird in den nächsten Tagen noch an der Dekoration gearbeitet.

Noch im Rohbau: Das Langhaus, das am Wochenende zentraler Spielort werden soll.
Noch im Rohbau: Das Langhaus, das am Wochenende zentraler Spielort werden soll. | Bild: Obermeyer, Justus

Für die Pfadfinder ist es beim Aufbau erst einmal ein gigantisches Gemeinschaftsprojekt. Ein langer massiver Holztisch – mehrere hundert Kilo schwer – dient als Wikingertafel, um die sich die Pfadfinder schon beim Aufbau zu den gemeinsamen Essenspausen treffen.

Eine Gruppe sorgt für die Verpflegung der Handwerker.
Eine Gruppe sorgt für die Verpflegung der Handwerker. | Bild: Obermeyer, Justus

Zugegeben: Mit Motorsägen und elektrischen Bohrmaschinen hantierten die Wikinger einst nicht. Aber sie mussten ja ihre Dörfer auch nicht innerhalb von wenigen Tagen bauen. Abgesehen von den motorisierten Hilfsmitteln legen die Wehrer Pfadfinder aber großen Wert auf authentische Handwerkskunst: So arbeiten sie völlig ohne Metallschrauben und Nägel.

Video: Obermeyer, Justus

Die Holzbalkenkonstruktionen werden nur mit Bindungen zusammengehalten. Für zusätzliche Stabilität sorgen die handgeschnitzen Holzdübel.

Gebohrt wird zwar elektrisch. Aber die Dübel sind aus Holz.
Gebohrt wird zwar elektrisch. Aber die Dübel sind aus Holz. | Bild: Obermeyer, Justus

Auf Außenstehende wirkt die Wehrhalla-Baustelle am Wochenende fast wie ein Kompetenzzentrum für Holzbaufragen. Die Wehrer Pfadfinder scheinen sich vor allem aus dem Personal von Schreinereien, Zimmereien und Holzbaufirmen aus Wehr und Umgebung zu rekrutieren.

Die Theke im großen Zelt wird langsam sichtbar.
Die Theke im großen Zelt wird langsam sichtbar. | Bild: Obermeyer, Justus

Noch bis Samstag haben die Pfadfinder Zeit für die Dekoration und die vielen kleinen Details, die das Zeltdorf zu etwas ganz Besonderem machen. Dann beginnt das offizielle Programmm in Wehrhalla. Zum Einstieg wird es ein Theaterstück auf der Bühne des großen Langhauses geben, Start ist um 17 Uhr. Am darauffolgenden Sonntag findet um 10.30 Uhr ein Feldgottesdienst statt und im Anschluss daran öffnet die Festwirtschaft mit zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten ihre Pforten. Auch für die Kleinsten wird wieder ein spannendes und abwechslungsreiches Programm geboten.

Der Rundumblick im Dorfzentrum von Wehrhalla.
Der Rundumblick im Dorfzentrum von Wehrhalla. | Bild: Obermeyer, Justus