Die Stadtmusik hat ihren Zuhörern in diesem Jahr ein besonders schönes Osterkonzert geboten. Zum 160-jährigen Bestehen des Orchesters war ein abwechslungsreiches und von hohem Niveau geprägtes Konzert versprochen worden – dies wurde rundum erfüllt. Die nahezu 60 Musikerinnen und Musiker um Dirigentin Birgit Trinkl zeigten sich am Sonntag in der Stadthalle in Höchstform und erhielten zu Recht viel Applaus, und das zuweilen sogar während der musikalischen Vorträge.

Dem traditionellen Auftritt des Musikcorps ging eine intensive und lange Probenarbeit voran. Alleine drei Mal in der Karwoche war das Orchester zum Proben zusammengekommen, wo Dirigentin Trinkl den letzten Feinschliff vornahm. Mühen und Aufwand dürfte wohl vergessen gewesen sein beim Beifall, den die Musiker nach jedem Stück erhielten. Dirigentin Trinkl hatte dem Wehrer Orchester anspruchsvolle Kompositionen von teils höchster Schwierigkeitsstufe verordnet.

Die Stadtmusik lud mit dem Osterkonzert bereits das vierte Mal in diesem Jahr zum Konzert. „Nach drei großartigen Fremdkonzerten treten jetzt wir selbst vor das Publikum“, so Vorsitzender Harald Vesenmeier. Vor allem gut zu gefallen wussten die beiden Trompetensolisten Christian Scheb und Johannes Weiss sowie Saxofonist Bruno Steinbauer. Hervorzuheben gilt aber auch die Leistung vieler Orchestermitglieder, die sich als Solistinnen und Solisten kleinerer Parts präsentierten. Es gab kaum ein Stück, in dem es nicht zu kurzen oder längeren solistischen Ausführungen kam.

Johannes Weiss (links) und Christian Scheb brillierten mit einem Tropetensolo im Duett
Johannes Weiss (links) und Christian Scheb brillierten mit einem Tropetensolo im Duett

Weil die Stadtmusik 2019 ein Jubiläumsjahr schreibt, musste auch die Programmauswahl etwas Besonderes sein. Mit „königlich-royal“ überschrieb man das Programm und dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Der „Königsmarsch“ von Richard Strauss machte den Anfang majestätischer Verehrung. Mit Georg Friedrich Händels „Sinfonia“ aus dem Oratorium „Salomon“ folgte ein weiterer Altmeister, der sich auf barocke Art dem Adel näherte. Das Stück „Die Abenteuer des Kleinen Prinzen“ liegt mindestens vom Namen her auf dieser Linie. „In der Halle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg aus der Schauspielmusik "Peer Gynt", wo es um Trolle (Gnome und Kobolde) des Königs geht und die Höflinge ihre Grenzen aufgezeigt bekommen, war sicher das anspruchsvollste Stück, das die Stadtmusik im ersten Konzertteil zu interpretieren hatte. Die Trolle wurden perfekt von verschiedenen Instrumenten nachempfunden. Einmal mehr bot hier die Stadtmusik ein opulentes klangfarbenes Kunstwerk.

Rhythmisch und stimmungsmäßig anders gelagert war der zweite Programmabschnitt. Lateinamerikanische Elemente zu hören waren in „El Camino Real“, einer Fantasie von Alfred Reed. „Bohemian Rhapsody“ enthielt bekannte Rocksongs von Freddie Mercury und seiner Band Queen. Aus dem Musical „Elisabeth“, der musikalischen Biografie der Kaiserin Sissi von Österreich, wurden einige der schönsten Melodien in einem Medley wiedergegeben. „Purple Rain“ von Prince, mit einem Saxofon-Solo von Harald Vesenmeier, riss das Publikum zu Beifallstürmen hin. „The King of Swing“ war eine Hommage an Benny Goodman, der in den 1930er Jahren die Swing-Ära einleitete. Klarinettist Denis Ranz trug die bekanntesten Stücke vor. Mit zwei Märschen als Zugabe beendete die Stadtmusik ihr diesjähriges denkwürdige Osterkonzert, beim dem Birgit Trinkl nicht nur dirigierte, sondern auch die Moderation hatte.

Der König des Swings Benny Goodman ist für Klarinettist Denis Ranz Vorbild.
Der König des Swings Benny Goodman ist für Klarinettist Denis Ranz Vorbild.

Der Verein

Die Stadtmusik Wehr wurde 1859 gegründet. Sie hat insgesamt 698 Mitglieder. Im Einzelnen 67 Aktive, 39 Jugendkapelle und 17 Zöglinge, Vorsitzender ist Harald Vesenmeier. Der nächste Höhepunkt im aktuellen Jubiläumsjahr ist das mehrtägige Laubenfest Anfang August auf dem Talschulplatz.

Harald Vesenmeier ein Meister auf dem Saxofon
Harald Vesenmeier ein Meister auf dem Saxofon
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