Das Deutsche Rote Kreuz will im Laufe des Jahres 2019 die Dienstzeiten der Wehrer Rettungswache ausweiten. Die Notfallsanitäter sollen dann rund um die Uhr dienstbereit sein, bislang ist die Wache täglich nur von 9 bis 21 Uhr besetzt. Dies kündigte der Kreisvorsitzende des DRK Peter Hofmeister am Rand eines Termins der örtlichen FDP in der Wache an. Ein Gutachten, das der Bereichsausschuss für die Notfallversorgung in Waldshut in Auftrag gegeben habe, habe diesen Bedarf erkannt, so Hofmeister, der auch Vorsitzender des Bereichsausschusses ist.

"Die Notfallrettung hat immer gut funktioniert. Die Hilfsfrist wurde immer eingehalten"Peter Hofmeister, DRK-Kreisvorsitzender.
"Die Notfallrettung hat immer gut funktioniert. Die Hilfsfrist wurde immer eingehalten" - Peter Hofmeister, DRK-Kreisvorsitzender. | Bild: unbekannt

Um die Bereitschaft der Wehrer Wache von zwölf auf 24 Stunden auszuweiten, brauche es vor allem mehr Personal, wie Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands Säckingen Petra Naylor erklärte. Gerade die Zahl der Notfallsanitäter sei derzeit aber sehr knapp, so dass sie realistisch erst bis Ende 2019 mit einer Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft gerechnet werden kann.

Wache seit März auch am Wochenende besetzt

Naylor erinnert daran, dass die Rettungswache erst im März auf eine Sieben-Tage-Bereitschaft umgestellt wurde. Zuvor war sie nur werktags besetzt. "Nur Dank des hohen Engagements und der Flexibilität unserer Mitarbeiter ist dies innerhalb von drei Wochen gelungen", so Naylor.

Bei einer Ausweitung der Dienstzeiten der Notfallsanitäter sind außerdem bauliche Veränderungen notwendig. Denn eine solche Wache brauche auch einen Ruheraum, so Peter Hofmeister. Ob dies am bisherigen Standort möglich ist, werde geprüft.

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Umzug in die Austraße möglich

Bei einer Diskussion des Wehrer Gemeinderats im vergangenen März war aber bereits von einer Verlegung in die Austraße im Gespräch. Hier wird Ende 2019 das Gebäude des Kindergartens In der Au frei, sodass zusammen mit der Feuerwehr ein kleines Blaulichtzentrum entstehen könne. Diese Option wollte Hofmeister aktuell nicht bewerten: "Wir entscheiden das ja nicht." Klar sei allerdings, dass ein Standort in einem kommunalen Gebäude günstiger sei, als in einem privaten Gebäude Miete zahlen zu müssen.

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FDP-Kreisrat Klaus Denzinger begrüßte die "tolle Nachricht der Ausweitung der Dienstzeiten". Dies stelle eine deutliche Verbesserung der Notfallversorgung in Wehr, aber auch auf dem Hotzenwald dar. Denzinger hatte Anfang des Jahres selbst zwei Tage lang den DRK-Rettungsdienst bei seinen Einsätzen begleitet und hatte hinterher auf einige Defizite hingewiesen, deren Ursache vor allem in der Schließung des Bad Säckinger Spitals zu finden waren. Der DRK-Kreisvorsitzende Hofmeister stellte allerdings fest: "Die Notfallrettung hat immer gut funktioniert. Die Hilfsfrist wurde immer eingehalten."

Längere Fahrten ins Krankenhaus

Mit den Krankenhäusern in Rheinfelden und Lörrach standen dem Wehrer Rettungsdienst andere Anlaufstellen zur Verfügung. Die Bad Säckinger Spitalschließung habe allerdings zu weiteren Wegen geführt – insgesamt rechnet er mit 2500 Stunden mehr Fahrtzeiten seit Jahresbeginn. Da sich durch längere Einsatzwege statistisch auch die Wahrscheinlichkeit mehrerer gleichzeitiger Einsätze erhöhe, reagiere nun das DRK mit der Ausweitung der Dienstzeit. Ob auch an anderen Standorten von Rettungswachen Veränderungen geplant sind, will Hofmeister erst bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Landratsamt mitteilen. Das Gutachten bestätige aber: "Die Lage der Standorte unserer Rettungswachen im Landkreis ist richtig."

Klaus Denzinger (FDP)
Klaus Denzinger (FDP) | Bild: Archiv

Großen Respekt zollten die FDP-Kandidaten für den Kreistag den Notfallsanitätern des Roten Kreuzes, die trotz der strukturellen Defizite einen hervorragenden Job machten, so Klaus Denzinger. Auch die Situation in der Notaufnahme des Spitals Waldshut habe sich enorm verbessert, seitdem Chefarzt Stefan Kortüm die Verantwortung übernommen habe.