Gut acht Monate vor den Kommunalwahlen sorgt die örtliche FDP für einen ersten Paukenschlag: Am Donnerstagnachmittag stellte die Partei ihre Kandidaten für die Kreistagswahl im kommenden Mai vor. So früh wie noch nie. Aber nicht nur der frühe Zeitpunkt, auch das Personal lässt aufhorchen: Mit einigen prominenten Kandidaten setzt die Partei ein erstes Ausrufezeichen und setzt die politische Konkurrenz schon zu einem frühen Zeitpunkt unter Druck. "Wir wollten eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, ich denke, das ist optimal gelungen", so Kreisrat Klaus Denzinger, der maßgeblich an der Zusammenstellung der Liste beteiligt war. Diese Liste werde für Furore sorgen, so seine Prognose. Tatsächlich ist es ihm und dem Stadtverbandsvorsitzenden Wolfgang Eckert gelungen, einige namhafte Persönlichkeiten zu gewinnen. "Das Ziel ist, diesmal zwei Kreisräte zu stellen", so Denzinger. Insgesamt entsendet der Wahlkreis Wehr-Rickenbach fünf Räte in den Waldshuter Kreisrat. Die Kandidaten:

  • Sonja Dannenberger (37), Rektorin der Wehrer Talschule und Schulkreisvorsitzende des Lehrerverbands VBE. In mehreren vereinen und Verbänden ist sie ehrenamtlich aktiv, so im Chorverband Hochrhein oder als Chorleiterin in ihrem Wohnort Herrischried.
  • Claudia Moser (62), ist ehemalige Heimleiterin der Wehrer Bürgerstiftung. "Altenpflege hat in den vergangenen Jahren in der Politik ein erhebliches Gewicht bekommen", sagt sie. Auch sie ist in mehreren Vereinen aktiv: Sie leitet Chöre in Wehr, Rickenbach und Obersäckingen.
  • Alexander Hudec (55) wohnt seit 2005 in Wehr. Er ist Projektmanager im Maschinenbau. Seit siebne Jharen ist er Vorsitzender des Tennisclub Wehr, seit einigen Wochen auch Jugendleiter beim FC Wehr.
  • Bernhard Schleicher (42), Vollerwerbslandwirt aus Bergalingen und stellvertretender Vorsitzender des BLHV-Kreisverbands Bad Säckingen. Er ist Kommandant der Feuerwehrabteilung Bergalingen. Bekannt wurde er er auch für sein Engagement gegen die mittlerweile eingestellte Planung eines Pumpspeicherwerks Atdorf.
  • Johannes Schneider (42) bezeichnet Denzinger als das "soziale Gewissen der gemeinde Rickenbach". Er ist im dortigen Rathaus Ansprechpartner im Bürgerbüro und vor allem für soziale Angelegenheiten zuständig. Schon 2014 kandidierte er auf der Kreistagsliste der FDP und holte nur etwa 500 Stimmen weniger als der deutlich bekanntere Klaus Denzinger. "Vor fünf Jahren hat es knapp nicht gereicht. Nun hoffe ich, dass ich diesmal was im Kreis gestalten kann.
  • Christoph Eckert (40), ist Betriebswirt und seit einigen Jahren gemeinsam mit seinem Vater Geschäftsführer des Gewerbezentrums Wehra. Aktuell ist er Wehrer Stadtrat und dort Mitglied der CDU-Fraktion. Für den Gemeinderat wird er nicht mehr kandidieren.
  • Klaus Denzinger (71) war von 1986 bis 2002 war er Wehrer Bürgermeister mit CDU-Mitgliedsbuch. Als Parteiloser kandidierte er 2009 auf der FDP-Liste für den Waldshuter Kreistag, dem er zwischen 1989 bis 2004 schon angehörte. 2011 war er Landtagskandidat der FDP. Seit kurzer Zeit ist er auch Mitglied der Liberalen. Er ist aber das einzige FDP-Mitglied auf der Liste.

Die sieben Kandidaten wurden nach Auskunft des Stadtverbandsvorsitzenden bereits nominiert, eine Listenreihenfolge aber noch nicht festgelegt. Offiziell werde die Liste von einer Wahlkreiskonferenz im Januar verabschiedet. Bis zur Wahl will Klaus Denzinger monatliche Bürgergespräche mit allen sieben Kandidaten veranstalten.

Bei den Kreistagswahlen 2014 hatte die Denzinger-Liste ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt: Mit über 13 Prozent der Stimmen wurde sie drittstärkste Liste und lag deutlich vor SPD, Grünen und Linken. Im gesamten Kreis hatte die FDP nur 7,5 Prozent der Stimmen geholt.