Wenn Kinder möglichst früh mit dem Medium Buch vertraut gemacht werden, stehen die Chancen gut, dass sie auch als Jugendliche und Erwachsene gerne lesen. Daher beteiligt sich die Mediathek Wehr schon zum sechsten Mal an dem bundesweiten Projekt „Lesestart – drei Meilensteine für das Lesen“. Das Projekt wurde 2011 von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der „Stiftung Lesen“ ins Leben gerufen, um die Eltern zum Vorlesen und die Kinder zum Lesen zu motivieren, denn wenn Kinder gerne zum Buch greifen, erhöhen sich ihre Bildungschancen.

Bilderbuch und Tipps zum Vorlesen

Daher erhalten dreijährige Kinder und ihre Eltern in der Mediathek – solange der Vorrat reicht – eine gelbe Stofftasche mit einem Bilderbuch sowie Tipps zum Vorlesen. „Die Bücher und Empfehlungen werden in verschiedenen Sprachen herausgegeben, es kann sich also niemand herausreden“, meinte Mediatheksleiterin Annemarie Kalmbach. Um ein möglichst großes Zielpublikum zu erreichen, wurden die Lesestarter-Taschen zunächst über Kinderärzte, dann über Büchereien und schließlich über Schulen verteilt. Außerdem wandte sich die Mediathek an Kindergärten, um Kontakt zur Zielgruppe der Dreijährigen aufzunehmen. Deren Eltern bekommen einen Brief und einen Gutschein in Form eines Schnupperausweises, der ein halbes Jahr lang kostenlos zur Nutzung der Mediathek berechtigt.

Vorlesestunden für Dreijährige

Und schließlich bietet die Mediathek seit sechs Jahren Vorlesestunden für Dreijährige (und deren Eltern) mit Hanni Abel an. Am Mittwoch ist der Auftakt, und bis zum Sommer folgen, jeweils einmal im Monat, sechs weitere Vorlesungen. Manchmal nutzt Hanni Abel ein „Erzähltheater“, also eine kleine Bühne, auf der Bilder gezeigt werden, denn „Kinder in diesem Alter sind sehr visuell geprägt“, sagt Annemarie Kalmbach. Ihrer Erfahrung nach lesen die Kinder im Grundschulalter am eifrigsten, allerdings lässt das Interesse am gedruckten Wort in der Mittelstufe oft nach. „Aber wer in seiner Kindheit positive Erfahrungen mit Büchern gemacht hat, kommt später wieder in die Mediathek zurück, spätestens dann, wenn er selbst Kinder hat.“ Das Leseförderprogramm sei also nachhaltig, „man muss nur penetrant genug sein“, erklärt die Leiterin der Mediathek, die das Erzähltheater auch an Kindergärten ausleiht.

Lesestart