Erst im Schuljahr 2014/2015 war die Wehrer Gemeinschaftsschule (GMS) eingerichtet worden. Die Situation zuvor: eine dreizügige Realschule und eine zweizügige Werkrealschule. Das Ziel: Mit der Sekundarstufe II sollte die Möglichkeit geschaffen werden, das Abitur zu machen. Doch nach anfänglicher Euphorie ließ die Akzeptanz der GMS dramatisch nach. 2016/17 konnte nur knapp die Zweizügigkeit gehalten werden. In einem schulinternen Verfahren diskutierten Schulträger, Lehrer, Eltern und Schüler im März 2018 die verschiedenen Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Das Ergebnis: Die Realschule genießt eine höhere Akzeptanz als die GMS. Diesem Votum schloss sich der Gemeinderat an und beantragte im April den Wechsel der Schulform zum Schuljahr 2019/20.

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Die Rektorenstelle

Andreas Bosch, der bislang letzte Rektor der Schule, hatte Wehr im Juli 2017 aus privaten Gründen in Richtung Reutlingen verlassen. Eine erste Ausschreibung endete ein knappes halbes Jahr später ergebnislos – beide Bewerber hatten zurückgezogen. Eine erneute Ausschreibung verzögerte sich aufgrund der Diskussion um die künftige Schulform. Weil sich Anfang des Jahres auch der Konrektor krank meldete, setzte das Schulamt ein fünfköpfiges Leitungsgremium ein, das nun die Geschicke der Schule leitet, bis ein neuer Rektor ernannt wird. Erst dann soll auch die Konrektorenstelle ausgeschrieben werden.

Blick über den Tellerrand

Wehr war die erste Stadt in Baden-Württemberg, die eine Umwandlung von einer Gemeinschaftsschule zu einer Realschule beantragte, ist aber mittlerweile nicht mehr die einzige: Auch die Gemeinde Klettgau geht nun wegen der zurückgehenden Schülerzahlen diesen Weg und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Zu einem Erfolgsmodell entwickelte sich hingegen eine andere Gemeinschaftsschule im Kreis: Die Alemannenschule in Wutöschingen bekam vor einem Monat Bescheid, dass sie ab 2019/20 die gymnasiale Oberstufe einrichten darf. Dieses Ziel hatte seinerzeit auch Wehr verfolgt.

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