Ein abwechslungsreiches musikalisches Programm bot das Oberrheinische Sinfonieorchester aus Lörrach, unter der Leitung von Stephan Malluschke, in der Stadthalle in Wehr. Besonders hervorzuheben war das Zusammenspiel mit Violinist Gregor Hänssler, welcher als Solist überzeugte.

Eine Premiere war das Konzert indes nicht: das Oberrheinische Sinfonieorchester gastiert regelmäßig in Wehr und sorgt dabei stets für ein begeistertes Publikum. So war es in diesem Jahr, auch dank dem bravourösen Auftritt Hänsslers, erneut ein Garant für eine voll besetzte Halle.

Neben den Musikern auf der Bühne gab es an dem Konzertabend einen weiteren Hauptdarsteller, den finnischen Komponisten Jean Sibelius. Aus seiner Feder stammen sowohl das Anfangsstück "Finlandia", das die dunkle, aber einzigartige Landschaft Finnlands beschreibt, als auch das dargebotene Violinkonzert in d-Moll.

Ganz ohne Noten und völlig versunken in die Musik spielte sich Hänssler durch die Komposition, die ihm als Solist großen Raum einnehmen ließ. Das Violinkonzert, was musikalisch nur schwer auf einen Punkt bringen ist, zeichnet sich durch seine sehr minimierte Begleitung aus. Obgleich Orchester und Solist immer sehr gut balanciert waren, war doch der junge Geiger der eindeutige Star des Stücks.

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Vom zarten Beginn führte das Solo in fulminanter Weise durch komplexe und schnelle Läufe, akzentuierte Melodien, schroffe, sowie andererseits melodische Passagen. Hänssler gelang es, all das, was sicherlich virtuos und technisch herausfordernd komponiert wurde, scheinbar leicht aber dennoch ernst zu interpretieren.

Im zweiten Konzertteil stand die achte Sinfonie in G-Dur von Antonin Dvorák auf dem Programm. In den vier Sätzen des Stücks gelang es besonders, die Qualitäten eines Sinfonierochesters zur Geltung zu bringen. Die Klangfarben und Eigenheiten der Streicher und Bläser wurden einzeln und im wunderbar ergänzenden Zusammenspiel eindrücklich aufgeführt.

Die Komposition greift ihre musikalischen Motive immer wieder auf, um sie jedes Mal neu erklingen zu lassen, variiert in der Instrumentalisierung, Rhythmik oder Tonlage. Glänzende Akzente setzten dabei das Querflötensolo im ersten Satz. Zum Abschluss spielte das Sinfonieorchester ein "Stück voller Licht" als Zugabe, wie Malluschke ankündigte. Dabei handelte es sich um einen Marsch, ebenfalls geschrieben von Sibelius, womit das Orchester einen Kreis um das glamouröse Konzert schloss.