Närrischer Gottesdienst: An Fasnacht ist bekanntlich so manches etwas anders, und dieser Wandel macht auch vor Kirchenportalen nicht Halt: So waren die ansonsten in Kirchen nicht gerade gerne gelittenen Hexen beim närrischen Gottesdienst ausdrücklich willkommen, und die Humbelhexen durften sogar Stadtpfarrer Matthias Kirner beim Einzug in die Öflinger St.-Ulrichs-Kirche begleiten.

Der Geistliche machte eine Lücke in der Schöpfungsgeschichte aus und stieß auf einen "Tag acht, da hätt de Herrgott de Dialekt gmacht". Und für den Wechsel von der Schriftsprache zum Alemannischen fand er eine weitere theologische Rechtfertigung: Alle deutschen Landsmannschaften hätten ihr mundartliches Idiom geschenkt bekommen, nur der Badener nicht. "De isch dann truurig gsi, und do hätt Gott gseit: Dann schwätz halt wie i". In gereimter Form interpretierte er die Botschaft des Evangeliums von dem Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hatte. "Wie ä Mensch, der uffn Fels hätt si Lebe baut, isch de Mensch, de fescht an Jesus glaubt." Und wenn aus dem Glauben Taten erwachsen, "ka unsre Kirch ein Zeiche si für Friede und Zsämmehalt, für ä Welt, wo es isch nümme so kalt". Ilona Kunzelmann dankte dem Pfarrer sowie dem Musikverein Öflingen, der unter Leitung von Rolf Gallmann den Gottesdienst begleitet hatte, sowie den Besuchern, die recht zahlreich zu der etwas anderen Frühmesse gekommen waren.

Zunftmeisterempfang: Vor dem großen Umzug galt es, beim Zunftmeisterempfang in der Schulsporthalle die offiziellen Vertreter angemessen zu begrüßen. Michael Sutter, Zunftmeister der Narrenzunft Öflingen, drückte seine Freude darüber aus, dass die hiesigen Fasnachtsfreunde zum zehnten Mal als Gastgeber der Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte (VHN) fungieren durften. "Eine zweijährige Planung geht zu Ende, die uns viel Spaß gemacht hat." Er dankte seinem "jungen, motivierten Team" und richtete Dankesworte an die Stadt, denn "ohne deren Rückhalt wäre diese Großveranstaltung nicht zustande gekommen".

Grußworte sprachen der Schirmherr und Bürgermeister Michael Thater sowie die Vertreter der in der VHN zusammengeschlossenen Zünfte aus Murg, Todtmoos, Ryburg, Karsau und Schwörstadt. Sie alle wurden von Zeremonienmeisterin Carina Wisser mit Orden ausgezeichnet, und auch die Vertreter der Politik – ob noch im aktiven Dienst oder das "Alt-" in ihren Titeln tragend – brauchten den Empfang nicht ohne Ehrenzeichen zu verlassen. Die Gäste ihrerseits überreichten den Gastgebern einen Scheck in Höhe von 250 Euro. Oliver Brüderle, der erste Zunftrat der Narrenzunft Wehr, musste neidlos gestehen: "Heute dürft ihr die närrische Hauptstadt sein". Grußworte sprach auch Markus Wicki, Vizepräsident des VHN, in Vertretung des Präsidenten Hans-Jürgen Dietrich. In rascher Folge wechselten sich die Grußworte ab, schließlich waren rund 70 Fasnachtsvereinigungen aus der näheren und weiteren Region gekommen, und die längsten Anfahrtswege dürften wohl die Narren aus Villingen und Schönbuch auf sich genommen haben.

Für einen musikalischen Rahmen sorgte der Musikverein Öflingen.