Liebevolle Dekoration, wunderschön gestaltete Auslagen, Aktionsangebote, die es sonst nirgendwo gibt und der beispielhafter Service-Gedanke: Was den Einsatz und das Herzblut der Mitarbeiter und Unterstützer des Öflinger Dorfladens angeht, mangelt es wirklich an nichts. Der Kunde ist König. Doch irgendwie kommt das bei den 3000 potenziellen Kunden nicht richtig an. Denn auch wenn die Rahmenbedingungen in Öflingen schlechter sind, so ist – und das hat unser Vergleich gezeigt – der Gersbacher Laden deutlich stärker im Fokus des dörflichen Lebens verankert, als der in Öflingen.

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Mir liegt nichts ferner, als die Öflinger Seele zu kränken – auch und gerade weil ich selbst Wehrerin bin. Doch vielleicht ist Öflingen gar kein wirkliches „Dorf“ mehr? Ein ketzerischer Gedanke. Aber liebe Öflinger, Hand aufs Herz: Seid ihr vielleicht mittlerweile doch mehr Städter, als ihr euch selbst eingesteht? Handelt ihr was euer Konsumverhalten angeht nach dem Prinzip „Hauptsache bequem“? Bringt ihr eure Einkäufe direkt auf dem Heimweg von der Arbeit aus dem Supermarkt mit? Nicht falsch verstehen: Ich finde das nicht schlimm.

13 Euro Umsatz pro Kopf und Monat sind nämlich wirklich fast nichts für den örtlichen Nahversorger. Gibt es denn nichts, was euch die Nutzung eures Dorfladens schmackhaft machen kann?

Lässt es sich vielleicht antrainieren, einmal die Woche vorbeizuschauen, um ein paar Produkte exklusiv bei euch vor Ort zu kaufen? Aus dem ganz uneigennützigen Grund, ein Angebot zu erhalten, auf das ihr selbst vielleicht nicht, aber andere umso mehr angewiesen sind?

Wie gesagt, ich möchte wirklich niemandem zu nahe treten. Aber überlegt es euch doch mal. Und wenn es wirklich so sein sollte, dass das „dorfige“ Gefühl ein Auslaufmodell ist, dann braucht es demnächst neue Antworten auf die Frage der Nahversorgung. Das fände ich persönlich schade. Auch und gerade als Wehrerin.