„Mir als protestantischem Unternehmer ist diese Entscheidung extrem schwer gefallen“, kommentiert Mattes die angekündigte Betriebsschließung. Überhaupt sei es in den 37 Jahren seiner Tätigkeit bei der Firma Mattes und Ammann, die ihren Sitz in Meßstetten hat, das erste Mal, dass er vor eine derartige Entscheidung gestellt worden sei.

Die Mitarbeiter hätten gute Arbeit geleistet, und er habe die Menschen sehr zu schätzen gelernt. Aber die aktuelle Marktsituation lasse ihm keine andere Wahl, so Mattes weiter: „Kaufmännische Zwänge und die Konsolidierung unserer Veredelungskapazitäten sind für die Entscheidung ausschlaggebend.

Diese Entwicklung war vor einem Jahr nicht absehbar, als wir die DLE übernommen haben.“ Nun gehe es um zweierlei: eine geordnete Auslaufproduktion zu bewerkstelligen und „eine saubere Lösung“ für die Belegschaft zu finden. Diese Themen seien auch Gegenstand einer Mitarbeiterinformation am Freitag gewesen, so Mattes. „Wir befinden uns im Gespräch.“ Zum aktuellen Stand möchte sich Mattes nicht äußern.

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So schwer die Entscheidung zur Schließung der DLE für das Unternehmen Mattes und Ammann gewesen ist, so sehr hofft Inhaber Christoph Larsén-Mattes, dass es eine einmalige Sache bleiben wird: „Momentan sind keine weiteren Schritte vorgesehen, vorausgesetzt die Situation bleibt so.“

Die Entscheidung zur Betriebsschließung sorgt auch bei Stephan Denk, Chef der Brennet GmbH und früherer Inhaber der DLE, für Ernüchterung: „Das ist bitter, denn als wir die DLE verkauft haben, sahen die Vorzeichen noch besser aus.“ Dennoch sei er froh, dass bereits damals eine Summe in Höhe von 561000 Euro für etwaige Abfindungszahlen zurückgestellt worden sei. „Uns ist es wichtig, die Mitarbeiter nicht hängen zu lassen.“

Die Maschinen und Räumlichkeiten wurden seitens der Brennet nur an die Firma Mattes und Ammann verpachtet. „Wir werden die Maschinen verkaufen und die Räume anderweitig vermieten“, kündigt Brennet-Chef Denk an. Wenn sich ein Kaufinteressent für die Anlage finde, würde er diese auch veräußern.

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Die angekündigte Firmenschließung hat auch Bürgermeister Michael Thater überrascht, wie er sagt. Sie tue der Stadt auch weh, weil damit der letzte Textilveredeler schließe. Dennoch sei alles nachvollziehbar, zumal die Textilbranche in Süddeutschland seit langem mit erheblichen Problemen zu kämpfen habe“, so Thater.

Dass es bis zur Schließung noch sechs Monate dauere, biete immerhin auch für die Belegschaft gewisse Perspektiven. Auch dass der Sozialplan „nicht schlecht vorbereitet zu sein scheint“, wertet Thater als gutes Zeichen. Nun sei es aus Sicht der Stadt wichtig, mit der Brennet GmbH bezüglich der weiteren Nutzung des DLE-Geländes ins Gespräch zu kommen.

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Die für das Unternehmen zuständige Gewerkschaft IG Metall war für eine Nachfrage nicht erreichbar.