Die Sternsinger der Kernstadt stecken mitten in den Vorbereitungen zur Aktion 2017. Geübt werden derzeit die Texte und Lieder, die die Bevölkerung Wehrs in der Zeit zwischen dem ersten und sechsten Januar von den Kindern und ihren Begleitpersonen zu hören bekommen. Nach wie vor ist Ulrich Jurkiewicz musikalischer Leiter der Gruppe.

Einen Wechsel gab es hingegen in der Organisation. Sandra Rotzler löste dabei ihre Schwester Bettina ab. Das Dreikönigssingen hat in Wehr eine lange Tradition. Seit nunmehr über 60 Jahren wird dieses durchgeführt. Tausende von Mark und später Euros sind bei dieser Aktion von Kindern für Kindern zusammengekommen. Wehr darf sich rühmen mit das größte Spendenaufkommen in der Erzdiözese vorweisen zu können, und das Jahr für Jahr.

In den letzten fünf Jahren lag das Kernstadt-Ergebnis ständig über 20 000 Euro. Und die Gelder gehen regelmäßig an die selbigen Adressen. Das sind die Granja El Ceibo, und bis zu ihrem Tod Schwester Teresa Eller in Argentinien, sowie das Kinderheim Hogar Laura Vicuna in Chile, das einst Schwester Verena Rudigier aus Laufenburg aufbaute. Birgitta Eirich aus Wehr, die lange Jahre in Südamerika als Lehrerin unterrichtete und noch immer engen Kontakt nach Chile und zu dem Heim hält, erhielt dieser Tage eine E-Mail von dort. Darin bedankt sich die Leiterin Hermana Isabel Marin für die jährliche Unterstützung aus Wehr.

Ohne diese wären die vielfältigen Aufgaben nicht zu bewältigen, zumal staatliche Zuschüsse und Mittel sehr knapp bemessen sind, wie die Heimleitein schreibt. Und wie diese weiter berichtet, sind derzeit 31 Mädchen im Haus untergebracht. Jedes von diesen hat seine eigene leidvolle Geschichte. Alle kommen aus zerrütteten Familienverhältnisse, hatten Eltern die dem Alkohol oder Drogen verfallen sind. Scheu und verschlossen waren die Kinder, als sie ins Heim kamen. Hier finden sie Wärme, gute Betreuung, eine angemessene Schulbildung und eine echte Perspektive für ihr weiteres Leben. In Würde und mit Freude versuchen wir alle vorwärtszubringen, so Isabel Marin. Und das gelinge auch recht gut. Es sind Mädchen da, die haben schon einen höheren Schulabschluss geschafft. Eines bekam unlängst einen Studienplatz für Kindergärtnerin angeboten. Alle, sind sie fürs Erste gefestigt, haben Freude unter Ihresgleichen.

Sie reden und spielen miteinander und sie haben vor allem Vertrauen zu den Betreuerinnen, was sehr wichtig für ihre Entwicklung und Sozialisierung ist. Jeden Monat kommt eine Beauftragte vom stattlichen Fürsorgeamt zusammen mit einem Juristen vom Jugendgericht. Dann werden die Zustände im Heim überprüft, die Sauberkeit, das Essen, die Betten und sogar die Schränke. Auch Psychologen sind oft anwesend. Als Haus mit christlichen Ausrichtung werden die Mädchen auch religiös erzogen, wie Isabel Marin schreibt. Sie werden auf den Sakramentenempfang vorbereitet (Taufe, Erstkommunion und Firmung).

Jetzt im Dezember laufen die Vorbereitungen für die große Weihnachtsfeier mit Krippenspiel, Gesang und Tanz. Hermana Isabel Marin hofft natürlich weiter auf Hilfe aus Wehr, besonders von den Sternsingern. Diese grüßt sie sehr herzlich, wie auch alle großherzigen Spender.