Nach Afrika ging die Reise der Stadtmusik Wehr bei ihrem diesjährigen Herbstkonzert, bei dem die Besucher in der gut gefüllten Stadthalle so einfach wie nie afrikanisches Feeling genießen konnten. Wie dieser riesige Kontinent selbst war auch das Programm ausgesprochen facettenreich, lebendig und voller Esprit. Dafür sorgten zunächst die jeweils rund 30 Mitglieder der Zukunftsmusik Wehr einschließlich des Nachwuchsorchesters Öflingen und der Jugendkapelle Wehr, und danach füllte das große Orchester der Stadtmusik die Bühne der Stadthalle.

Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, als Musketier erschien Joachim Pfläging zu Beginn seines vorerst letzen Auftritts in der Stadthalle.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, als Musketier erschien Joachim Pfläging zu Beginn seines vorerst letzen Auftritts in der Stadthalle. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Zukunftsmusik und Nachwuchsorchester präsentierten unter der Leitung von Joachim Pfläging Philip Ceunens Porträt der ursprünglichen drei Musketiere, denen der Komponist eigens für dieses Konzert noch einen weiteren Teil zu d‘Artagnan hinzugefügt hatte. Und während Pfläging sich vom Musketier zum Großwildjäger mauserte, gingen seine Schützlinge zu „African Scenes“ über, mit einer breit ausladenden Safari, majestätisch dahinschreitenden großen Wildtieren, zischenden und kreischenden Reptilien und rockenden Affen.

Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Diese Orchesterzusammensetzung wird am 9. November in Böblingen ein Wertungsspiel absolvieren und nochmals beim Adventskonzert in Öflingen zu hören sein, während Pfläging an diesem Abend seinen vorerst letzten Auftritt in der Stadthalle hatte. Für ihn übernimmt zukünftig Tobias Zwicky die Leitung der Zukunftsmusik.

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Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Die Jugendkapelle, wie auch die Stadtmusik selbst unter der einfühlsamen und zugleich höchst engagierten Leitung von Birgit Trinkl, interpretierte routiniert die drei bekanntesten Songs aus „Der König der Löwen“, „African Inspirations“ des Schopfheimers Markus Götz sowie Henry Mancinis „Baby Elephant Walk“, dessen frecher Boogie-Sound den Zuhörern direkt in die Füße fuhr.

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Elton Johns „Crocodile Rock“ als Zugabe komplettierte die gekonnte Vorstellung der Jugendkapelle, bei der sogar ein Krokodil mitdirigierte. Überhaupt hatten sich die Mitglieder der Wehrer Stadtmusik, allen voran das vom Vorsitzenden Harald Vesenmeier ausdrücklich erwähnte Dekoteam, wieder jede Menge liebevoller Details einfallen lassen, um ihr Afrika-Programm auch für die Augen der Zuhörer gebührend auszugestalten.

Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, und ebenso engagiert wie sie dirigiert führte Birgit Trinkl auch selbst durchs Programm.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, und ebenso engagiert wie sie dirigiert führte Birgit Trinkl auch selbst durchs Programm. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Das Programm des großen Orchesters, durch das Dirigentin Birgit Trinkl ebenso charmant und spritzig wie kenntnisreich selbst führte, begann mit Giuseppe Verdis „Triumphmarsch“ aus der Oper „Aida“, wie der ebenfalls auf dem Programm stehende „Ägyptische Marsch“ von Johann Strauß Sohn zur Eröffnung des Suezkanals komponiert. Stellte sich mit Verdi gleich die ganze Wucht dieses imposanten Klangkörpers den Zuhörern vor, so bewiesen der behutsame Beginn des Werkes von Strauß sowie dessen Reminiszenz im verlöschenden Schluss die subtile Sensibilität der Musikerinnen und Musiker.

Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Auch der abrupte Wechsel vom breit ausladenden, die unendliche Weite der Landschaft evozierenden Beginn von John Barrys „Out of Africa„ zur Fokussierung einer ganz intimen Szenerie durch den Einsatz einzelner Holzbläser zeigte die Klasse dieses Orchesters, das mit enormer Sicherheit und Präzision brillierte.

Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, gut zu tun hattten die Schlagzeuger an diesem Abend.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, gut zu tun hattten die Schlagzeuger an diesem Abend. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Heiße Rhythmen und fröhliche Melodien charakterisierten den Sonnenuntergang – auf Suaheli „Machweo“ – aus der Sicht Menno Bosgras. Wie auch schon bei diesem Stück konnten auch bei der Interpretation der Filmmusik zu „Lawrence of Arabia“, beim „Tarzan Medley“ und bei der „African Symphony“ die Schlagzeuger an allen nur denkbaren Schlaginstrumenten ihre Meisterschaft demonstrieren, und auch die Bläser überzeugten mit rasanten Tempowechseln und markant gesetzten Akzenten einerseits, aber auch behutsam eingeflochtenen lyrischen Momenten andererseits.

Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, Solistin Katharina Schmid punktete mit Guter-Laune-Musik pur.
Die Stadtmusik Wehr entführte ihre Zuhörer nach Afrika, Solistin Katharina Schmid punktete mit Guter-Laune-Musik pur. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Das herrlich jazzige Klarinettensolo von Katharina Schmid im „Wildcat Blues„ schließlich war Gute-Laune-Musik pur. Als Zugaben kredenzte die Stadtmusik Wehr ihrem begeistert applaudierenden Publikum dann noch den „Fliegermarsch“ sowie Miriam Makebas Ohrwurm „Pata Pata“.

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