Die Stadt Wehr soll ab 1. Januar 2020 einen eigenen Klimaschutzmanager bekommen. Einen entsprechenden Vorschlag macht die Stadtverwaltung dem Wehrer Gemeinderat, der in seiner kommenden öffentlichen Sitzung am Dienstag, 15. Oktober, darüber berät. Die neue Stelle, die für drei Jahre geschaffen werden soll, wird allerdings unter den Vorbehalt einer Förderung durch den Bund gestellt. Das Umweltministerium hat eine Finanzierung von 65 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt, einen Förderantrag hat die Stadt bereits gestellt.

Zu den Aufgaben des Klimaschutzmanagers gehört, Klimaschutzaspekte in die Verwaltungsabläufe der Kommune einzubringen und das im Jahr 2016 erarbeitete Klimaschutzkonzept umzusetzen, beispielsweise durch die Projekte des European Energy Award (EEA). Bislang wurde der EEA-Prozess durch den Wehrer Stadtförster Georg Freidel betreut. Dies war möglich, weil er im Jahr 2009 eine wichtiges Aufgabenfeld abgegeben hatte: Die Beförsterung des Privatwaldes. Mit dem anstehenden Jahreswechsel soll diese Aufgabe allerdings wieder an den städtischen Förster zurückgehen – damit blieben keine zeitlichen Ressourcen des Revierleiters für die kommunalen Klimaschutzaktivitäten.

In einer Forstbegehung am Freitag und in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag wird der Gemeinderat sich mit den Aufgaben des städtischen Försters und der aktuellen Situation im Stadtwald befassen. Trockenheit und Borkenkäferbefall haben hier ihre Spuren hinterlassen – nicht nur bei den Fichten, sondern auch bei den Buchen. Weil der Holzmarkt zwischenzeitlich kein käferbefallenes Holz mehr aufnimmt, können die im aktuellen Forstbetriebsplan angesetzten Zahlen bei weitem nicht mehr erreicht werden. Stadtförster Georg Freidel rechnet in deisem Jahr mit einem Defizit von 100.000 bis 150.000 Euro, die über den städtischen Haushalt ausgeglichen werden müssen.

Die Gemeinderatssitzung findet am kommenden Dienstag, 15. Oktober, um 19 Uhr im Versammlungsraum Öflingen (ehemaliges Spritzenhaus) statt. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Sanierungsmaßnahme Breitmattstraße, die Vergabe für den Digitalfunk der Feuerwehr, den Bauantrag für die Gestaltung des Innenhofs hinter dem Hauptverwaltungsgebäude der Brennet und eine Bauvoranfrage.