Santus Grizzaffi bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender der Sport-Schützen-Gesellschaft (SSG) Wehr. Zwar hatte er vor zwei Jahren seinen Rücktritt angekündigt. Der neu erwachte Zusammenhalt im Verein habe ihn aber umgestimmt, wie er bei der Hauptversammlung des Vereins darstellte. Jürgen Schlatterer wurde zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Germar Schloz zum neuen Schriftführer. Alle Referentenpostionen samt Stellvertreter konnten besetzt werden – ein deutliches Zeichen für den frischen Wind im Verein. Die Bogenschützen rücken verstärkt in Verantwortung. Und eine besondere Ehre wird den Wehrer Sportschützen obendrein zuteil: Der 65. Kreisschützentag, der dieses Jahr gefeiert wird, wird in Wehr stattfinden, wie Kreisschützenmeister Bernd Schweizer bekannt gab.

Im sportlichen Bereich lief es für die Wehrer Schützen ausgesprochen gut: 21 Kreismeister, fünf Landesmeister und wieder die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften lautet die durchaus beeindruckende Bilanz des Vereins für 2019. Ob Pistole, Langwaffe oder Bogen, mit der SSG Wehr wird bei Wettkämpfen wieder gerechnet. Auffallend stark sind die Bogenschützen und insbesondere die Jugend dabei. Der Trend hat sich als Sport wieder in Wehr etabliert. Von der Höri bis nach Strasbourg gibt es Wettkämpfe, die die Wehrer Schützen besuchen.

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Handlungsbedarf sieht der Vorsitzende Grizaffi vor allem im Bereich 3D-Bogenschießen, einer jagdlichen Ausprägung des Bogenschießens mit Laufen, Entfernungsabschätzung und unterschiedlichen Flugkurven. Hier würde der Vorsitzende der SSG gerne mehr investieren. Die finanzielle Situation des Vereins sieht allerdings nicht gerade rosig aus, wie Kassierer Uwe Mühl darstellte. Mit der gerade abgeschlossenen Dachsanierung am Schützenhaus seien die Investitionskosten aktuell gebunden: „Wir haben kein Geld mehr, und es holt uns ein, dass wir in den letzten 20 Jahren zu wenig investiert haben“, so Mühl.

Bürgermeister Michael Thater dankte dem Verein für sein tatkräftiges Engagement und das jährliche Westernfest, das nach wie vor ein Publikumsmagnet sei. Bei der Aussprache zeigte sich seitens der Mitglieder deutlich, dass in dieser Hinsicht wieder mehr passieren soll. Das traditionelle Königsschießen müsse wieder eingeführt werden, lautete eine der Forderungen.

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Auch Ehrungen standen auf dem Programm: Vom Deutschen Schützenbund wurden 14 Wehrer Schützen ausgezeichnet. Für 60 Jahre ist Mechthild Tenhibben geehrt worden. Frieder Klumpp und Andreas Naas sind 50 Jahre dabei, Bernd Dannenberger, Heinz Freiner, Otto Kasper, Robert Schrempp, Alfred Skrube, Dieter Walz, Walter Wassmer seit 40 Jahren und Hans-Peter Büche, Friedhelm Hartfelder, Michael Huber sowie Markus Matt seit 25 Jahren. Die Ehrennadel des Vereins gab es für Jürgen Hufenus und Matthias Schmidt.

Natürlich war auch die Neufassung des deutschen Waffenrechts Thema bei der Versammlung. Kreisschützenmeister Schweizer gab unumwunden zu, dass die Verschärfung eine tragfähige Lösung für die Sportschützen bietet: „Wir können mit dem Ergebnis leben.“ Mit dem Erwerb von Waffen geht nun eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz einher. Gleichzeitig rückt die eigentliche Sportaktivität verstärkt als Kriterium für die Eignung zum Erwerb und Besitz von Waffen in den Mittelpunkt. „Das ist ja auch der Grund, warum wir uns in ganz Deutschland in Schützenvereinen zusammenfinden“, so Schweizer.