Die Flur- und Wegkreuzretter der Kernstadt haben mit der am Sonntag durchgeführten Segnung des Holzkreuzes an der Gabelung Wald-, Meierhofstraße ihre Außenarbeiten in diesem Jahr beendet. Die Segnung des alten aufwändig renovierten Kreuzes nahm Stadtpfarrer Matthias Kirner vor. Das Kreuz, Symbol unserer Erlösung, sei Mahnung unseren christlichen Glauben auch im Alltag zu leben, wie der Priester beim Segnungsakt sagte. An diesem nahmen nahezu alle aktiven Helfer der Kreuzretter, wie diese sich nennen, teil aber auch einige Einwohner von Niederwehr.

Ehrenamtlicher Einsatz

Aus Spenden und freiwilligen Leistungen wurde es möglich gemacht, die durch die Jahre sehr marode gewordenen Kreuze auf Gemarkung Wehr wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen. Zwei Dutzend der nahezu 50 Wehrer Kreuze aus Holz, Metall oder Beton wurden vollständig ersetzt, die restlichen restauriert und renoviert. Sie machen jedenfalls heute alle einen sehr gepflegten Eindruck. Seit nunmehr fast 30 Jahren sorgen sich die ehrenamtlichen Helfer um den Erhalt der Wegkreuze.

Initiative besteht seit 30 Jahren

Der inzwischen verstorbene Pfarrgemeinderat Wolfgang Eschbach rief Ende der 1980er Jahr die Initiative auf Anregung des katholischen Pfarrgemeinderates ins Leben. Eschbach und der damalige Wehrer Pfarrer Gerhard Balles hatten sich große Sorgen um den Weiterbestand der vielen Kreuze gemacht. Viele zeigten sich zu jenem Zeitpunkt stark verrottet, weil deren Besitzer zu jener Zeit bereits zu alt waren, um diese zu betreuen oder sie waren bereits verstorben. Eschbach erfasste in umfangreicher Recherche alle Kreuze und zeichnete deren Lage in den Gewannen rund um Wehr auf, in der diese stehen. Auch suchte dieser den Kontakt zu den eigentlichen Erstellern oder erkundigte sich nach den Besitzern der Grundstücke. Es war viel Arbeit, die sich Eschbach da aufbürdete. Nach langer Zeit der Erkundung konnte er letztlich Leute finden, die ihm bei der praktischen Arbeit zur Hand gingen. Die ersten Kreuze konnten um die Jahrtausendwende demontiert und restauriert werden. Es waren handwerklich geschickte Männer, die da am Werk waren und auch bald erste sichtbare Ergebnisse vorweisen konnten. Ihr Meisterstück legten diese vor wenigen Jahren ab, als sie ein Betonkreuz gossen.

Vergebliches Hoffen auf Zuschüsse

Zwischenzeitlich wurde auch einmal das Denkmalamt eingeschaltet, in der Hoffnung, Zuschüsse zu bekommen. Leider vergebens: Mehr als ein freundliches Gespräch kam nicht dabei heraus. Also setzte die Gruppe ihre weiteren Hoffnungen auf Spenden. Diese flossen nach mehreren Aufrufen über ein Spendenkonto der katholischen Kirche. Gerade so viele, um sich gutes, witterungsbeständiges Holz für neue Kreuze anschaffen zu können und die Christusfiguren, die sogenannten Corpora, neu vergolden zu lassen. Ein Goldlack wurde zunächst verwendet. Weil dieser zu matt und zu glanzlos war, griff man zu Blattgold. Diese sehr aufwendige und teure Arbeitsweise brachte den erhofften Effekt. Die Corpora leuchten heute weit sichtbar.

Der Gruppe der Wegkreuzretter gehören derzeit an: Wolfgang Fügle, Herbert Handwerker, Norbert Hauf (Organisator), Ilse und Klaus-Dieter Kasprzak, Uwe Kratt, Richard Marte, Martin Schmitz, Rolf Trefzger und Andreas Wasmer.