Der evangelische Kirchenchor konnte bei seiner Hauptversammlung Erna Lörracher für 60-jährige aktive Mitgliedschaft ehren. Dieses seltene Jubiläum der Sängerin überlagerte die gesamten Regularien des Abends. Lörracher wurde nicht nur vom Chor geehrt. Den Gratulationen schloss sich auch der "Chorverband in der evangelischen Kirche in Deutschland" an. Dieser schickte eine schmucke Urkunde, vervollständigt mit dem Satz "Lörracher hätte mit ihrem Singen viele Menschen und sich selbst bereichert".

Namens der Wehrer Friedensgemeinde brachte Pfarrer Peter Hasenbrink den Dank an die Jubilarin zum Ausdruck. An Erna Lörracher, die bereits 2016 zum Ehrenmitglied ernannt wurde, schätze er die Ehrlichkeit und Offenheit, ihr gelegentliches "offene Mundwerk" und dass sie mit Freude und mit Herzen singe. Vorsitzende Rita Theiler lobte Lörracher großes Engagement und die humorvolle Art. Die seit 1971 tätige Schriftführerin habe in den sechs Jahrzehnten elf Dirigenten und fünf Vorsitzende gehabt. Lörracher war in ihrem langen Kirchenleben, das in Wehr 1958 unter Pfarrer Otto Wasenmüller begann, nicht nur Chormitglied, sie hat viele weitere Aufgaben in der Gemeinde wahrgenommen. Sie gehörte dem Kirchengemeinderat an, war Kirchendienerin, Vorsitzende des evangelischen Hilfsvereines und geschätzte Köchin bei den Konfirmanden-Freizeiten. Eine Allrounderin in der Kirchenarbeit wie es sie selten gibt. Ihren Weg im Chor zeichnete Lörracher in gereimter Form nach. Sie konnte von manchen Episoden und Begebenheiten berichten. Die gab es in den 60 Jahren reichlich. Wie man etwa die Chorproben als junge Mütter mit kleinen Kindern zu meistern versuchte und während des Kirchenabrisses und -neubaus in Ausweichquartiere gehen musste.

Zurück in der Gegenwart berichtete die Protokollantin über 2017. Das Jahr war reichlich mit Chorauftritten angefüllt. Gesungen wurde in der Bürgerstiftung, bei der Konfirmation in Öflingen, bei der Kirchenvisitation und in Gottesdiensten, so am Reformationstag und am Totensonntag. Eine Adventsfeier gab es zu Jahresschluss mit Punsch und Glühwein. Dirigentin Walburga Beising nannte das Jahr eines mit dichtem Programm an dem man ganz schön zu knappern hatte. Ihr Dank ging auch an die Gastsänger für deren Unterstützung. 2018 sei an Vorhaben nicht so gedrängt. Das schaffe Zeit sich intensiver mit neuem Liedgut zu beschäftigen. Beising plant Kompositionen von Charles Gounod einzustudieren. Der französische Komponist wurde vor 200 Jahren geboren. Auch möchte sie sich mehr weltlichem Liedgut zuwenden. Das soll dann nicht nur in der Bürgerstiftung zu hören sein. Am 10. Juni wird in Wehr ein besonderer Gottesdienst mit Chor und danach eine Gemeindeversammlung stattfinden. Erfreulich steht es um die Chorkasse. Rechner Wolfgang Class konnte verkünden, dass weiterhin keine Zuschüsse von der Kirchengemeinde benötigt würden.