Wehr Schopfheimer Organist begeistert bei Orgelkonzert

Der Schopfheimer Organist Cornelius Holdermann überzeugte mit einem Orgelkonzert und einer musikalischen Reise rund um die Welt zum Patrozinium der Pfarrei St. Martin.

Die Pfarrei St. Martin hat am Sonntag sowohl ihr Patrozinium als auch den zehnten Geburtstag der Metzler-Orgel gefeiert. Aus diesem Anlass gab der Schopfheimer Organist Cornelius Holdermann am Abend ein von rund 100 Zuhörern besuchtes Konzert, bei dem es ihm auf kurzweilige Weise gelang, die stilistische Vielfalt der Orgelliteratur und die Möglichkeiten der beiden Wehrer Orgeln vorzustellen.

Zunächst spielte er an der kleinen Winterhalter-Chororgel vier portugiesische Renaissancetänze, in denen nasale Holzbläser- und zarte Flötenregister sowie die prachtvolle Vollregistrierung zum Einsatz kamen. Dass auch in Portugal die klassische Stilrichtung gepflegt wurde, zeigte die Toccata von Joao de Sousa Carvalho, die wenig mit barocken Toccaten zu tun hatte, sondern mit einer verspielten, ganz in Triller aufgelösten Melodie im Flötenregister bestach. Ein Beispiel für die Fortwirkung barocker Gattungen im 20. Jahrhundert war die Toccatina von Pietro Yon, der eine Fuge folgte: Sie bewegte sich auf tonaler Grundlage, war aber mit einem markanten chromatischen Motiv gewürzt. Dabei zeigte der Organist, dass auch die Chororgel ein beachtliches Crescendo entwickeln kann.

Nachdem er an der Metzler-Hauptorgel Platz genommen hatte, setzte Cornelius Holdermann mit Bachs Fuge über das Magnificat ein richtiges Ausrufezeichen. Das fanfarenartige Motiv, das bis zum Fortissimo gesteigert wurde, zielte klar auf Überwältigung des Zuhörers, dennoch gelang es dem Musiker, die klare Struktur der Fuge herauszuarbeiten. Bachs intime Seite war durch das Choralvorspiel "Liebster Jesu, wir sind hier" vertreten.

Marcel Dupré beschwor in seinen Variationen über einen Christus-Hymnus das Bild des sieghaften Weltenherrschers: Der erste Satz trumpfte mit Fortissimo-Akkorden auf, anschließend folgte ein fugierter Abschnitt mit zahlreichen Sequenzen sowie ein sanglicher Teil, bevor das Werk mit machtvollem Akkordspiel und üppigem Laufwerk ausklang. Ganz anders war Hermann Schroeders Choralvorspiel über einen Adventshymnus, das durch den Verzicht auf Agogik und breitgefächerte Dynamik eine eher meditative Wirkung entfaltete. Die alte Weise "Es ist ein Ross entsprungen" hatte der Norweger Bjarne Slogedal einer originellen Variationenfolge unterzogen: So setzte er Holzbläserregister ein und verlieh dem Werk einen regelrecht widerborstigen Charakter, und ein andermal schien die Melodie dank des Tremulanten wie in weite Ferne entrückt. Virtuos waren Jean Beauvarlet-Charpentiers Variationen über ein Kirchenlied.

Zum Schluss widmete sich Holdermann der Orgelmusik aus Nordamerika. Von Richard Eliott stammte eine ruhige "Cantilene" sowie das "Swing low, sweet chariot", außerdem verknüpfte er Bachs Badinerie auf raffinierte Weise mit der Rhythmik und Harmonik des Jazz. Mit den Variationen Denis Bédards über den Gospel "Amazing grace" setzte der Organist einen glanzvollen Schlusspunkt unter seine musikalische Weltreise, die immer wieder Überraschungen bot. Beim Hochamt hatten der Kirchenchor unter Leitung von Elisabeth Schlegge-Weidt, Solisten, ein Orchester und Organist Willi Tittel eine Schubert-Messe und Mozarts "Laudate Dominum" aufgeführt.

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