Motorradfahrer sind harte Jungs – so sagt es das Klischee. Sie lieben Hardrock, Motorenlärm und Büchsenbier. Manchmal gibt es aber eben auch ganz romantische Motorradfahrer, am vergangenen Wochenende zum Beispiel. Da gab es im Wehrer Rathaus eine echte Biker-Hochzeit. Eine ganze Gang motorisierter Zweiradfahrer in Lederkutten reiste an, um das befreundete Brautpaar in den neuen Lebensabschnitt zu begleiten. Ob von den harten Jungs auch ein paar Tränchen vergossen wurden, ist zwar nicht überliefert, aber die Spuren der Romantik sind heute noch auf der Hauptstraße zu sehen:

Ein riesiges Herz ziert die Hauptstraße vor dem Rathaus....
Ein riesiges Herz ziert die Hauptstraße vor dem Rathaus.... | Bild: Obermeyer, Justus

Einer der Biker zauberte mit seinem durchdrehenden Hinterreifen ein riesiges Herz auf die Straße. Und gleich daneben zwei symbolische Eheringe – absolut rund, wie mit dem Zirkel gezogen.

...gleich daneben sind zwei symbolische Eheringe zu erkennen.
...gleich daneben sind zwei symbolische Eheringe zu erkennen. | Bild: Obermeyer, Justus

Die Perfektion dieser Asphaltzeichnung direkt vor dem Rathaus nötigt auch einem Respekt ab, der als Ordnungsamtsleiter die öffentliche Ordnung im Blick hat und derlei Aktionen von Amts wegen eigentlich nicht gut findet: Stefan Schmitz. "Wer das gezeichnet hat, hat es nicht zum ersten Mal gemacht", zollt er dem motorisierten Künstler Anerkennung für das akkurat gezirkelte Herz. Andererseits – es ist eben eine vorsätzliche Verschmutzung und damit eine Ordnungswidrigkeit.

Wird Schmitz die Aktion also ahnden? Wohl eher nicht. "Ich müsste die Zeichnung ja einer einzelnen Person zuordnen. Und ich kann ja keine Schriftprobe von den Hochzeitsgästen nehmen", lacht Schmitz, dem als Chef des Standesamts romantische Aktionen nicht fremd sind. "Wenn es ein paar Mal geregnet hat und die Kehrmaschine drübergefahren ist, ist das Herz vermutlich schon wieder verschwunden." Die Liebe des jungen Paares hält da hoffentlich etwas länger.