„Ein wunderbares Instrument, das sehr gut klingt“. So schwärmt der Pianist Wolfram Lorenzen über den B-Steinway im Alten Schloss. Auf diesem wird er seine neue Reihe „Das Lorenzen Recital“ spielen. Auch vom neu für das Stadtmuseum angeschafften älteren Steinway-Flügel von Erda Vorwerk, auf dem die fünfjährige Anne-Sophie Mutter Klavier spielen lernte, zeigt sich der erfahrene Schopfheimer Pianist angetan. Beide Instrumente erklingen in der neuen Konzertreihe mit „Sternstunden der Klaviermusik“. Es handelt sich um vorerst drei Klavierabende von Lorenzen im Bürgersaal mit vorgelagerten Einführungsvorträgen des Dirigenten Georg Mais im Stadtmuseum und begleitenden Workshops in der Talschule.

Kulturamtsleiter begeistert von Projekt

Kulturamtsleiter Reinhard Valenta ist von diesem Projekt begeistert, für das das Kulturamt auch die Volkshochschule, den Förderkreis Stadtmuseum mit dem Vorsitzenden Armin Kronberger und die Talschule mit ins Boot geholt hat. Auch Valenta ist der Ansicht, dass der neue alte Flügel im Museum sehr ausgeglichen im Klang sei. Man brauche dieses Instrument für das neue themenbezogene Musikprojekt: „Wir sehen uns in der Verpflichtung, die klassische Musik zu pflegen“, so Valenta. Dieser Akzent soll von Wehr ausgehen. So wird im Stadtmuseum in typischer Workshopatmosphäre für 20 bis 40 Leute bestuhlt und Georg Mais wurde für Vorlesungen mit Musikbegleitung gewonnen. Mais, der Vorsitzender der Südwestdeutschen Mozart-Gesellschaft ist, wird jeweils an Mittwochabenden einen Vortrag zur Musikgeschichte halten, zusammen mit dem Studenten Aaron Löchle von der Freiburger Musikhochschule am Vorwerk-Flügel. Im Bürgersaal hofft Valenta dann, dass die 80 Plätze beim Lorenzen-Recital an den Sonntagnachmittagen voll belegt sind. Der bekannte Pianist wählt für seinen Zyklus die Form des Porträtkonzerts. Dafür hat er „die drei wichtigsten Klavierkomponisten überhaupt, die drei Giganten der Klaviermusik“ ausgewählt: Beethoven, Chopin und Liszt.

Unsterbliche Klavierwerke

Der Beethoven-Soloabend steht unter dem Motto „Das Genie“, führt in die Wiener Klassik und bringt unsterbliche Klavierwerke wie die Mondscheinsonate und die „Appassionata“ zu Gehör. Mit Chopin, dem „Poeten am Klavier“, geht die Reihe in die Zeit der Salons hinein, wo noch kein Massenpublikum zuhörte wie bei Franz Liszt, dem großen Virtuosen und ersten „Popstar“ der Klassik. Diesem ersten Megastar, der das Klavierkonzert promotet hat, ist der dritte Abend „Klaviervirtuose“ gewidmet. Valenta freut sich, für dieses Musikprojekt einen Pianisten gewonnen zu haben, der schon lange mit Wehr und den Schlosskonzerten verbunden ist. Die Idee dazu hatte übrigens Schlosskonzerte-Organisatorin Friederike Erhart. Auch ist der Kulturamtsleiter glücklich, dass Lorenzen solche Komponistenporträts in seinen Recitals zur Aufführung bringen wird, darunter die großen Standardwerke.

Klassik für Schüler

Als dritter Aspekt ist der musikpädagogische wichtig. An den selben Tagen wie bei den Einführungsveranstaltungen fürs Publikum gehen Mais und der junge Pianist Aaron Löchle in die dritte und vierte Klasse der Talschule und bringen den Kindern in zwei Schulstunden die Komponisten und die Musik nahe. Mais macht dies sehr lebendig und kindgerecht, wie Talschulrektorin Sonja Dannenberger aus Erfahrungen von einem früheren Mozart-Workshop berichtete. Die Kinder seien so begeistert gewesen, dass sie hinterher ins Konzert wollten. Diesen Effekt erhofft man sich auch dieses Mal. Wenn es nach Valenta geht, soll dies die Klassik in Wehr weiterbringen.