Am Sonntag, 10. Februar, hätte Pfarrer Josef Zimmermann seinen 88. Geburtstag feiern können. Aber der beliebte Pfarrer schloss an seinem Geburtstag im Pflegeheim der Bürgerstiftung Wehr zum letzten Mal – versehen mit den Sterbesakramenten – zufrieden seine Augen.

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Aufgewachsen ist Josef Zimmermann in Slowenien und erlebte als Junge die Unterdrückung seines Volkes durch die deutschen Besatzer. Auch die ihn prägenden Salesianer-Patres wurden aus seiner Heimat vertrieben. Sie hatten bei Josef Zimmermann den Grundstein für seinen Wunsch gelegt, Priester zu werden. Seine Eltern unterstützen ihn darin, obwohl es damals keine einfache Zeit war. Nach Kriegsende zerstörten die neuen kommunistischen Machthaber die Illusion der Freiheit. Schon als Student der Theologie war er Repressalien durch Lehrer und den kommunistischen Geheimdienst ausgesetzt. Am 29. Juni 1958 wurde er im slowenischen Maribor zum Priester geweiht. Danach wurde er zunächst zwölf Jahre in seiner Heimatdiözese Maribor eingesetzt und zeichnete sich als engagierter Seelsorger aus.

Als Migrantenseelsorger nach Mannheim

Nachdem im Laufe der Jahre immer mehr jugoslawische Menschen in die Bundesrepublik kamen, um hier zu arbeiten, entstand bei diesen der Wunsch nach einer entsprechenden Migrantenseelsorge. Pfarrer Josef Zimmermann kam 1970 für fünf Jahre nach Mannheim. Im wurde die Seelsorge slowenischer Migranten der Diözesen Speyer und Trier übertragen. Mit ganzem Herzen hat er sich dieser Aufgabe gewidmet, freute sich aber auch, als er nach fünf Jahren wieder in seine Heimat berufen wurde, um die Pfarrei Majsperk zu betreuen. Alsbald trat der Kommunistische Geheimdienst an ihn heran und wollte ihn als Mitarbeiter gewinnen. Er sollte ihnen über seine Landsleute in Deutschland und in seiner Pfarrei berichten. Als er dies ablehnte, wurden schwerste Repressalien und Haft angedroht.

Rückkehr nach Deutschland 1976

In Abstimmung mit seinem Bischof verließ er Slowenien wieder und floh nach Deutschland. In der Diözese Freiburg freute man sich über den bereits gekannten engagierten Priester und setzte ihn ab 1976 in der Pfarrei March-Hugstetten ein, wo der dortigen Pfarrer unterstützte. Schon nach wenigen Wochen wurde er nach Öflingen entsandt, um hier die Pfarrgemeinde St. Ulrich zu betreuen, die ihm danach endgültig übertragen wurde. Für die Katholiken von Öflingen war dies etwas Ungewohntes. Ein Pfarrer, der noch nicht so geschliffen Deutsch sprechen konnte und schon gar nicht Alemannisch. Doch schon bald überzeugte er durch seine großen theologischen Kenntnisse, seine tiefe Frömmigkeit und große Menschlichkeit. Gleichzeitig ist er immer ein bescheidener Mensch mit großem Pflichtbewusstsein geblieben.

Kurseelsorge und Betreuung einer Blindengruppe

Am 13. September 1982 wurde ihm die Pfarrei St. Maria im Schnee in Wallbach und die Kranken- und Kurseelsorge in Bad Säckingen übertragen. Daneben betreute er noch eine Blindengruppe und hat von 1991 bis 1994 noch die Pfarrei Heilig Kreuz in Bad Säckingen als Pfarrverweser betreut.

Ruhestand als Unruhestand

Als Josef Zimmermann 1998 mit 67 Jahren in den Ruhestand eintrat, war dies der Beginn eines Unruhestandes. Er bezog eine Wohnung in Öflingen-Oberdorf und unterstützte das Gemeindeleben der Seelsorgeeinheit Wehr-Öflingen-Schwörstadt als Subsidiar tatkräftig und war für Pfarrer Matthias Kirner eine große Stütze. Kein Gottesdienst, keine Andacht war ihm zu viel – Pfarrer Josef Zimmermann war immer bereit für den Dienst an seiner Kirche und den Menschen.

Schwere Krankheit zährt an den Kräften

Eine schwere Krankheit zehrte an seinen Kräften und er musste nach und nach seine Dienste einschränken. Zuletzt lebte er eher zurückgezogen in seiner Wohnung und wurde von Schwester Bernada – einer ehemaligen Krankenschwester – liebevoll betreut. Vor einem Jahr konnte er noch sein 60-jähriges Priesterjubiäum feiern. Am 8. Januar dieses Jahres traf ihn ein schwerer Schicksalschlag, als Schwester Bernada in der Nacht für alle überraschend verstorben ist. Aufgrund seines Gesundheitszustandes und des erlebten Schock wurde er sofort in das Krankenhaus Waldshut eingeliefert. Den Ärzten war sofort klar, dass er nicht mehr in seine Wohnung kann und er wurde in das Pflegeheim der Bürgerstiftung Wehr verlegt.

Der Zeitpunkt von Rosenkranz und Seelenamt mit Beerdigung auf dem Friedhof Wehr wird noch bekannt gegeben.