Die Pfarrei Sankt Martin hat von dem Wehrer Künstler Josef Chrapkiewicz ein Gemälde überreicht bekommen. Es handelt sich um eine Herz-Jesu-Darstellung und ist für die Sankt-Martins-Kirche bestimmt. Der Leiter der Seelsorgeeinheit Wehr, Stadtpfarrer Matthias Kirner, hat die Kunstspende persönlich entgegengenommen. Daran beteiligt ist auch das Wehrer Farbenhaus Willi Bermeitinger. Dieses stiftete den Rahmen des großformatigen Werkes und besorgte auch die kostenlose Einfassung mit einer Widmung.

Einen möglichen Platz im Gotteshaus hat man sich bereits ausgesucht. An einer geeigneten Säule im ersten Kirchenschiff soll das Gemälde zur Aufhängung kommen. Kirchenbesucher, die durch den Eingang beim Schriftenstand die Kirche betreten, würden sofort darauf aufmerksam. Doch nicht allein durch seine Größe fällt das Bild auf. Es ist die Farbenfreudigkeit und die künstlerische sowie filigrane Ausführung, die ins Auge fällt und besonders fasziniert. Dem 83-jährigen gebürtigen Polen ist damit ein großartiges Werk gelungen, von dem sich auch Pfarrer Kirner begeistert zeigte.

Chrapkiewicz wohnt mit seiner Familie bereits seit fast 30 Jahren in Wehr. In dieser Zeit hat er schon viel gemalt, auch für die Pfarrgemeinde. Er ist ein Künstler, den man nicht lange bitten muss, gerade wenn es um kirchliche Anliegen geht. Und so hat er immer wieder in der Vergangenheit für die Pfarrei zu Stift, Pinsel und Farbe gegriffen. Und dass er sein künstlerisches Handwerk versteht, hat Josef Chrapkiewicz längst bewiesen. In Polen, seiner früheren Heimat, war er als Trickfilmzeichner erfolgreich.

Zehn Jahre arbeitete er an der bekannten Comicserie Lolek und Bolek mit. Diese war damals auch im deutschen Fernsehen zu sehen. Für die Kindergottesdienste fertigte er mehrere Rollenkinos an. Die Weihnachtskrippe der Sankt-Martins-Kirche versah er mit einer prächtigen Hintergrundmalerei, mit der Stadt Bethlehem im Mittelpunkt. Für den Palmsonntag schuf er eine Leinwand mit dem Einzug Jesu in Jerusalem auf dem Rücken eines Esels, so wie es die Bibel beschreibt. Im Pfarrzentrum gestaltete er farbenfrohe Fensterscheiben. Auch die Wehrer Kindergärten durften seine Dienste schon in Anspruch nehmen. Die Cafeteria und die Kapelle der Bürgerstiftung hat er mit schönen Motiven ausgestaltet. Im vergangenen Sommer, da war ihm im Hause Fischerzunft in Bad Säckingen eine persönliche Ausstellung gewidmet. Die erste Eigenständige in meinem Leben, wie er stolz und mit viel Freude erzählt. Alle anderen waren in Kooperation.

Nun das jüngste Werk, das Herz-Jesu-Bild. Da griff der Künstler ganz spontan eine Anregung von Pfarrer Paul Sobotka auf. Der polnische Freund von Stadtpfarrer Matthias Kirner predigte bei seinem Besuch im vergangenen Sommer über dieses Bildnis. Er bedauerte es sehr, im Gotteshaus keine entsprechende Abbildung zu finden. Als Vorlage diente Josef Chrapkiewicz eine Reproduktion jener Herz-Jesu-Darstellung, so wie sie der polnischen Nonne und Mystikerin, Schwester Faustina, in einem Traum erschienen war und später gemalt wurde.