Noch viel Luft nach oben gibt es bei der Nutzung des Wehrer Carsharing-Angebots, dass seit Anfang August des vergangenen Jahres den Wehrer Bürgern zur Verfügung steht. Betrieben wird es von My-E-Car, einer gemeinsamen Tochter des Energiedienst und der Stadtmobil GmbH, finanziert wird es zum großen Teil von der Stadt Wehr, die den Renault Zoe als zusätzliches Dienstfahrzeug mit nutzt. Nach 250 Tagen ist die Nachfrage nach dem Elektromobil allerdings noch überschaubar: Insgesamt 180 Buchungen gab es zwischen August und April, drei Viertel entfallen dabei auf Dienstfahrten der Stadtverwaltung. Dies teilte der Energiedienst auf Nachfrage mit. Von Bürgern wurde das Elektro-Fahrzeug demnach nur 44 Mal gebucht – also etwa ein Mal pro Woche. Auf die Stadtverwaltung entfallen 135 Buchungen. Pro Werktag gibt es im Schnitt also auch hier weniger eine Buchung pro Tag.

Auch bei den gefahrenen Kilometern liegt die Stadtverwaltung vorn: 6540 Kilometer fuhren die städtischen Bediensteten. Die 44 Bürger nutzen das Fahrzeug für 6290 Kilometer, pro Fahrt also immerhin 140 Kilometer.

Noch nichts Neues gibt es zur geplanten Verlegung des Standorts des Carsharing-Autos. Der Standort auf dem kleinen Rathaus-Parkplatz wurde von den beteiligten nicht als optimal angesehen. Bürgermeister Michael Thater hatte bei der Vorstellung des Angebots deshalb in Aussicht gestellt, dass Ladesäule und E-Auto bis Ende 2017 auf den Parkplatz bei der Mediathek verlegt werden sollen. Wie Ingrid Mardo vom Energiedienst mitteilt, ist das Unternehmen gerade dabei, die provisorische Ladestation durch eine finale zu ersetzen und prüft die Mediathek als Standort.

So funktioniert Carsharing

  • Wie können Bürger das Auto buchen? Nach einer einmaligen Registrierung auf der Homepage von My-E-Car erhalten die Kunden im Wehrer Bürgerbüro eine elektronische Karte. Online oder per App lässt sich das Auto reservieren. Mit Hilfe der Karte lässt sich das Auto, das seinen Standort auf dem Rathaus-Parkplatz hat, öffnen und mit dem Schlüssel im Handschuhfach starten. Die Kosten werden per Kreditkarte abgerechnet. Mit der Kundenkarte steht den Nutzern übrigens nicht nur das Wehrer Elektro-Auto, sondern die gesamte My-E-Car-Flotte in Südbaden zur Verfügung.
  • Das kostet Carsharing: Die erste Stunde wird mit fünf Euro berechnet, jede weitere Viertelstunde mit einem Euro. Pro Stunde sind 50 Kilometer frei. Bei Fahrzeugrückgabe vor Ende der Buchungszeit wird die verbliebene Zeit Viertelstunden-genau mit 50 Prozent des Zeitpreises vergütet. Bei verspäteter Rückgabe droht im Gegenzug eine saftige Strafgebühr. Eine Grundgebühr gibt es nicht.