Mit gerade mal 20 Jahren ist Armin Reiniger wohl einer der jüngsten Gemeinderäte überhaupt in der Wehr Geschichte. Der gebürtige Enkendörfler schaffte den Einzug ins Ratsrund für die Freien Wähler auf Anhieb mit 1354 Stimmen.

„Ich möchte ein Vorbild für andere Jugendliche sein und zeigen, dass man auch in jungen Jahren etwas bewirken kann“, so Reiniger zu seiner Motivation. Geworben von seiner Tante, der langjähriger Stadträtin Martina Meyer (FW) durfte sich Reiniger auch über die Unterstützung von Familie und Nachbarschaft freuen. „Das Konzept der Freien Wähler gefällt mir gut, man ist nicht an eine Partei gebunden.“

Etwas holperig wurde sein Start in der Lokalpolitik durch den Vorwurf, auf einer privaten Feier einen Gast beleidigt und den Hitlergruß gezeigt zu haben. Mit Verweis auf die noch laufende Ermittlung möchte der junge Stadtrat hierzu vorerst keine Stellung nehmen. Nur soviel: es sei missverständlich gewesen „Ich bin ein Demokrat aus Überzeugung.“

Im Gemeinderat möchte sich Reiniger nicht auf Jugendthemen festlegen und ist Mitglied im Bau- und Umweltausschuss. Dank der Mitarbeit auf dem Nagelschiedehof seiner Familie besteht eine enge Verbundenheit zur Landwirtschaft. „Mir liegt am Herzen, dass das Dorfbild erhalten bleibt. Aber natürlich ist es auch wichtig, bezahlbaren Wohlraum zu schaffen“, so der Enkendörfler mit Blick auf das umstrittene Baugebiet Habiken.

Hier gelte es einen Kompromiss zu finden. Auch wenn er selbst einen anderen Weg der Beteiligung gewählt hat – die zuletzt im Gemeinderat besprochene Idee einer Jugendbeteiligung findet auch der 20-jährige Reiniger gut: „Es hat den Vorteil, schon in jüngeren Jahren etwas zu machen und zeitlich flexibel zu bleiben.“

Seine eigene Zeit ist gut durchgeplant: Der Servicetechniker und Mechatroniker arbeitet im Schichtbetrieb bei einem Pharmaunternehmen in Grenzach-Wyhlen. Dazu kommt der Familienbetrieb, mit Pferdepension und Ferienwohnungen sowie Kommunaldienstleistungen. Zeit für Hobbys und Vereine ist da knapp: „Aber ich fahre gerne Motorrad.“

Als echtes Wehrer Eigengewächs hat Reiniger seinen Abschluss noch auf der Wehrer Realschule gemacht. Der Wechsel der Schulform von Realschule zu Gemeinschaftsschule und wieder zurück sei in seinem Freundeskreis aber kein großes Diskussionsthema gewesen. Seiner Zeit im Gemeinderat sieht Reiniger positiv entgegnen: „Die Freien Wähler waren sehr hilfsbereit und ich habe einen guten Eindruck von der Zusammenarbeit.“