Die Leisechlimmerzunft kann im Februar nächsten Jahres auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Gefeiert wird das goldene Jubiläum aber bereits am morgigen Samstag, 10. November, im kleinen Saal der Stadthalle. Eingeladen dazu sind alle Mitglieder der Enkendörfler Zunft. Und nicht nur diese, auch Gäste werden mit von der Partie sein. Florian Ernst, seit drei Jahren amtierender Zunftmeister, hofft auf einen unterhaltsamen Abend. Ernst ist erst der fünfte Zunftmeister an der Spitze der 1969 gegründeten Narrenclique.

Die bisherigen 50 Jahre der Leisechlimmer waren im Großen und Ganzen geprägt von Harmonie und Stabilität. Dabei gab es durchaus auch unterschiedliche Meinungen und Auffassungen. Das war als die Zunft ihrer Festplätze im Enkendorf (Kramer-Wiese) und Ciba-Areal aufgeben und mit ihrem Waiefest in die Wehrer Innenstadt ausweichen musste.

Veranstaltungsorte

Das Waiefest, in den frühen 1970er Jahren erstmals angeboten, hatte da längst über Wehr hinaus großen Bekanntheitsgrad erreicht. Weil einige Aktive glaubten, das Enkendorf sei der alleinig geeignete und ideale Ort dieser Veranstaltung und man müsste unbedingt dort bleiben, entspann sich eine heftige Diskussion. Nur es gab nichts Passendes im Dorf.

Die Aufregung legte sich wieder, man zog in den Ludingarten um und als die Zeltmieten dort mit den Jahren zu horrend wurden, weiter in die nahe Stadthalle. Die ist jetzt seit Mitte der 1990er Jahre Domizil der Leisechlimmer. Und das dürfte vorläufig auch so bleiben.

Zunftmeister

Dass die Zunft sich so wacker durch fünf Jahrzehnte schlug ist mit auch den jeweiligen Zunftleitungen zu verdanken, die es verstanden, mit viel Geschick die Mitglieder stets auf Linie zu halten. Elmar Schönauer war erster Zunftmeister, diesem folgte Walter Geiger. Nach einem weiteren Intermezzo von Schönauer kam Boris Rapp. Rapp gab später sein Amt an Gründungsmitglied Elmar Schönauer zurück, und als für diesen die Zeit gekommen war, endgültig abzudanken, wechselte der Posten auf Sohn Jürgen Schönauer. Jürgen Schönauer brachte es auf nahezu 25 Amtsjahre. Nebenbei war dieser noch Zunftrat bei der Wehrer Narrenzunft.

Heute leitet Florian Ernst die Leisechlimmer. Die Jubiäumszunft bekam die Aufgabe übertragen, den Wehrer Nachtumzug, den Zunftmeister-Empfang und den Eröffnungsball zu organisieren. Wissend der kommenden Arbeit, verzichtete die Zunft in diesem Jahr auf das Waiefest. "Diese doppelte Belastung wären für uns nicht zu bewältigen gewesen", so Ernst. Dieser will jetzt mit den Leisechlimmern das Jubiläum und die Fasnacht 2019 gut über die Bühne bringen und danach sich wieder dem Waiefest zuwenden. Geplant sei das nächste Waiefest für 2020.

Sicherheitskonzept

Für den Nachtumzug am 9. Februar gilt ein Gruppen-Zulassungs-Stopp. 55 sind das Maximum. Und ein neues Sicherheitskonzept wird es bei diesem Treffen von knapp über 1000 Hästrägern auch geben. Narrenzunft, Stadt und Polizei wollen eng zusammenarbeiten um Störungen zu verhindern.