Zum Gottesdienst am vergangenen Freitag waren neben dem Kirchenchor Schwörstadt-Öflingen Freunde und Anhänger erschienen, so dass sich Pfarrer Matthias Kirner über einen sehr guten Besuch freuen konnte. Kirner begrüßte besonders die Mitglieder des Kirchenchors, die heute nochmals mit den Besuchern gemeinsam zum Gottesdienst singen wollten. Die Rührung war Kirner anzumerken, als er in seiner Predigt zur Dankbarkeit aufrief für 200 Jahre gute Mitarbeit bei der Gestaltung der Gottesdienste, zunächst getrennt und die letzten Jahre als gemeinsamer Chor. Er dankte Chorleiter Michael Donkel für die gute Zusammenarbeit.

Danach trafen sich die Mitglieder des Kirchenchores und Vertreter der Seelsorgeeinheit im Pfarrsaal von Schwörstadt. Vor dem Essen und weitere Male während des Abends unterhielt der Kirchenchor mit kurzen Auftritten die Gäste. Danach begann der offizielle Teil der Hauptversammlung. Obwohl es im Grunde ein trauriger Abend war, brachte der Vorsitzende Manfred Henle in seiner ihm eigenen Art doch immer wieder Fröhlichkeit in den Abend. Er richtete den Blick zurück auf die Zeit, seit er den Kirchenchor übernommen hatte, die Gespräche über den Zusammenschluss und die gemeinsame Zeit als ein Chor. Danach berichtete er über das vergangene Jahr. Dabei dankte er auch der Notenwartin Margret Karle für ihr langjähriges Wirken.

Als Nächstes lenkte der scheidende Chorleiter Donkel den Blick zurück auf das vergangene Jahr und die gesamten zehn Jahre seines Wirkens. Gemeinsam wurden 150 Auftritte bewältigt und 13 Messen einstudiert. Für ihn wird diese Zeit immer ein Teil seiner musikalischen Tätigkeit bleiben. Schriftführerin Ellen Renkawitz verlas zum letzten Mal das Protokoll des vergangenen Jahres. Die Kassenberichte verlasen für Schwörstadt Siegrid Hoffarth und für Öflingen Inge Kastner. Elmar Küpper war auch langjähriger Vorsitzender des Kirchenchors Öflingen und danach stellvertretender Vorsitzender des Kirchenchor Schwörstadt-Öflingen. Alfred Burkart war 30 Jahre Vorsitzender des Kirchenchors Schwörstadt.

Danach nahm Pfarrer Kirner die Entlastung des Vorstandes vor. Die Entlastung erfolgte einstimmig. Dann kam der traurige Moment des Tages. Die Mitglieder mussten satzungsgemäß über die Auflösung des Kirchenchors abstimmen. Um jedem Mitglied die Stimmabgabe unbefangen zu ermöglichen, hatte der Vorstand Stimmzettel vorbereitet und es erfolgte eine geheime Stimmabgabe. Die Auszählung ergab: 25 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen, eine Enthaltung. Damit war die erforderliche Dreiviertelmehrheit für die Auflösung gegeben.

Danach ergriff Freifrau von Schönau das Wort und sprach allen Sängerinnen und Sängern den Dank der Seelsorgeeinheit aus. Sie verheimlichte aber auch nicht, wie traurig sie die Auflösung findet, zumal der Chor mit seinen Liedauftritten während der Hauptversammlung für sie überhaupt nicht alt erschien. Manfred Henle und Elmar Küpper erhielten als Dank für die langjährige Arbeit – zuerst getrennt und dann gemeinsam – je ein Bild von Willi Reichelsdorfer.

Ihr Stellvertreter Berthold Eschbach von der Seelsorgeeinheit warb noch einmal für einen Eintritt der aktiven Sänger in den Kirchenchor Wehr. Damit könnte der Kirchenchor verstärkt werden und wäre dann der Chor für die Seelsorgeeinheit Wehr-Öflingen-Schwörstadt. Ob das so kommen wird, ist noch ungewiss. Viele Sänger müssen die Auflösung erst einmal verarbeiten. Immerhin haben sie sich zum Schluss geeinigt, dass sich einmal im Monat treffen wollen und dabei das eine oder andere Lied gemeinsam singen.