Lange hielt sich Bürgermeister Michael Thater in der öffentlichen Diskussion um das Wehrer Brennet-Areal zurück, nun reagiert er doch auf die jüngsten Vorwürfe von Brennet-Chef Stephan Denk, die dieser in den vergangenen über Leserbriefe veröffentlichte, zuletzt in der SÜDKURIER-Ausgabe vom Samstag, 12. Mai. In einer umfangreichen Stellungnahme kritisiert er, durch die Äußerungen Denks hätten sich in der öffentlichen Wahrnehmung "einige Unschärfen eingeschlichen, welche aus Sicht der Stadt Wehr zurecht gerückt werden sollen".

Thater widerspricht energisch dem Eindruck, die Stadt Wehr habe Planungen für das Brennet-Areal ohne Beteiligung der Grundstücksbesitzer vorangetrieben. "Richtig ist, dass die aktuell vorliegenden Planungen zum Brennet-Areal in Wehr von 2014 bis Herbst 2017 in enger Abstimmung zwischen den Vertretern der Brennet GmbH und der Stadt erfolgt sind. Die Planungen sind bis ins Detail zwischen den Planungsbüros der Stadt und der Brennet abgestimmt und hatten im Sommer 2017 Genehmigungsreife erreicht. In keinem Fall sind Planungen der Stadt ohne Beteiligung der Brennet GmbH und keinesfalls über deren Kopf hinweg erfolgt", so Thater.

Die Planung für das Brennet-Areal in Wehr
Bild: Südkurier

Der Wehrer Bürgermeister widerspricht auch Denks Behauptung, Stadt Wehr müsse "nichts aus ihren eigenen Mitteln, außer der allfälligen Straßenanpassung, bezahlen". Bisher habe die Stadt Planungskosten von über 400 000 Euro für den in enger Abstimmung mit der Brennet GmbH erarbeiteten Bebauungsplan investiert, heißt es in Thaters Stellungnahme. Außerdem habe sich die Stadt beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Freiburg um Fördermittel für die Konversion bemüht. In Rekordzeit sei das Projekt daher in das Städtebauliche Sanierungsprogramm des Landes aufgenommen worden. Derzeit sei vorgesehen, dass von den geschätzten 20 Millionen Investitionsmitteln für etwa 5 Millionen öffentliche Fördermittel eingesetzt werden, wovon die Hälfte vom Land und die andere Hälfte aus Mitteln der Stadt Wehr zu finanzieren sind. In den städtischen Haushalten 2017 und 2018 stehen daher bereits 1,8 Millionen Euro Fördermittel für das Brennet-Areal zum Abruf bereit.

Dass die Stadt Wehr dem Grundstückseigentümer Brennet Vorgaben gemacht wurden und Bedingungen gestellt habe, sei ebenfalls nicht richtig. "Die vorliegenden Planungen sind bis ins Detail zwischen Brennet und Stadt abgestimmt. Beim Nutzungskonzept haben Vertreter der Stadt den Vertretern der Brennet Vorschläge unterbreitet, die als Gesprächsgrundlage dienen sollen. Bezüglich des in den vergangenen Wochen immer wieder ins Gespräch gebrachten Bistros hat die Stadt bereits im Januar 2018 der Brennet schriftlich mitgeteilt, dass sofern das Gebäude aus Sicht der Brennet GmbH nicht wirtschaftlich zu betreiben sei, auch auf das gesamte Gebäude verzichtet werden könne", so Thater. "Behauptungen über diesbezügliche 'überzogene Forderungen der Stadt` sind frei erfunden", wird Bürgermeister Thater sehr deutlich. Stadtverwaltung und Gemeinderat sowie die von der Stadt beauftragten Planer stünden wieterhin jederzeit für Gespräche und Verhandlungen mit der Brennet GmbH zu Verfügung stehen. "Für die Stadt handelt es sich bei der Konversion des Brennet-Areals um die wichtigste städtebauliche Maßnahmen in diesem Jahrzehnt, welche sie gemeinsam mit den Grundstückseigentümern, den zukünftigen Nutzern und dem Investor baldmöglichst zu einem erfolgreichen Abschluss bringen möchte und für deren Umsetzung alles Notwendige und im Rahmen geltenden Rechts sinnvoll mögliche getan wird", so Thater abschließend.