Ein ehrgeiziges Ziel haben sich der Männerchor Wehr und der Gesangverein Hotzenwald aus Rickenbach gesetzt. Bei ihren gemeinsamen Konzerten wollen sie Ausschnitte aus Opern und Operetten aufführen. Als Begleiter am Piano wird Wolfram Lorenzen zu hören sein.

Schlager kann jeder

„Wir möchten unseren Gästen etwas Besonderes bieten“, sagte der Vorsitzende des Wehrer Männerchors, Hansjörg Frommherz. „Wir fühlen uns der traditionellen Literatur und den großen Meistern verpflichtet“, erklärte er und fügte selbstbewusst hinzu: „Schlager kann jeder.“ Viele Chöre bieten moderne, unterhaltsame Musik und englischsprachige Titel, während die alten Meister heute etwas in den Hintergrund gedrängt werden.

Pianist begleitet

Insofern ist der Rückgriff auf die Tradition etwas Besonderes. Nicht alltäglich ist auch, dass ein renommierter Pianist nicht nur bei Solovorträgen, sondern während des gesamten Programms als Begleiter zur Verfügung steht. Wolfram Lorenzen wird die Chorvorträge mit Kompositionen von Emmanuel Chabrier und Frédéric Chopin bereichern – von Letzterem werden drei Etüden und das Nocturne in cis-Moll zu hören sein.

Der Männerchor Wehr und der Gesangverein Rickenbach bereiten sich unter Leitung von Claudia Moser auf ihr gemeinsames Konzert vor.
Bild: Michael Gottstein

Oper eröffnet das Programm

Der erste Programmteil ist der Oper gewidmet und beginnt mit einer Bearbeitung der Tenorarie „Freunde, vernehmet die Geschichte“ aus dem „Postillon von Lonjumeau“ von Adolphe Adam. Es schließen sich der Soldatenchor aus „Margarethe“ von Charles Gounod sowie der Studentenchor aus Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ an. Die großen Namen Richard Wagner und Giuseppe Verdi sind jeweils zwei Mal vertreten, mit dem Pilgerchor aus dem „Tannhäuser“ und dem Matrosenchor aus dem „Fliegenden Holländer“ sowie mit der Arie „Oh wie so trügerisch“ aus „Rigoletto“ und dem Trinklied aus der „Traviata“.

Dankbar für hochkarätige Chorleiterin

Die deutsche Spieloper ist durch ihre Vertreter Otto Nicolai ("Die lustigen Weiber von Windsor"), Albert Lortzing ("Undine") und Friedrich von Flotow ("Martha") im Programm präsent. Ein anspruchsvolles Vorhaben für die 24 Aktiven aus Wehr und die zwölf Aktiven aus Rickenbach, doch „die Sänger haben das Programm gut aufgenommen“, berichtete die Dirigentin beider Chöre, Claudia Moser, und gab sich zuversichtlich: „Es gibt sicher einige schwierige Passagen, aber schließlich kann man alles üben.“ Damit haben die Chöre bereits im Januar angefangen. Frommherz sprach seinen Dank an Claudia Moser aus: „Wir sind froh, dass wir eine qualifizierte Chorleiterin haben, denn diese sind dünn gesät.“

Melodien aus Wien

Der zweite Programmteil ist vor allem dem Walzer- und Operettenkönig Johann Strauss (Sohn) gewidmet. Ausgewählt wurden Ausschnitte aus „Wiener Blut“ und dem „Zigeunerbaron“, außerdem der Walzer „An der schönen blauen Donau“ und die „Tritsch-Tratsch-Polka“. Ergänzt wird das Programm mit „Hereinspaziert“ aus der Operette „Der Schätzmeister“ von Carl Michael Ziehrer. Neben so vielen Wiener Klängen darf auch die Heimat nicht fehlen: Sie ist durch das „Schwarzwaldmädel“ von Leon Jessel vertreten.

Termine: Die Konzerte finden am Samstag, 29. September, 19 Uhr, in der Stadthalle Wehr sowie am Samstag, 6. Oktober, 19 Uhr, im Gemeindesaal von Willaringen statt. Die Karten sind im Vorverkauf bei der Buchhandlung Volk in Wehr und bei den Sängern der Chöre zu erwerben.